Ursula Nirsberger
Leiterin TU Ilmenau Bürgercampus
Telefon: +49 3677 69-4794
Vier Jahre lang widmeten sich zwei Kunsthistoriker und zahlreiche Restauratorinnen in einem großen Bestandserforschungs- und Konservierungsprojekt den Ölstudien und Gemälden des Malers Friedrich Nerly (* 24. November 1807 in Erfurt; † 21. Oktober 1878 in Venedig) des Angermuseums Erfurt, die als Schenkung aus dem Nachlass zur Gründung des Städtischen Museums Erfurt 1886 führte.
Im Ergebnis zeigte eine große Ausstellung mit rund 200 Werken, viele davon erstmals öffentlich präsentiert, wie sich sein künstlerisches Talent entfaltete.
Aufgrund seiner frühen Ölstudien wurde Nerly schon lange als ein führender deutscher Freilichtmaler geschätzt. Aber auch während seiner Erfolgsjahre in Venedig übernahm er die Rolle eines Pioniers und Trendsetters: Er verstand es, sich im einzigartigen Setting der Lagunenstadt einfallsreich zu inszenieren, knüpfte an seine in Rom entwickelte innovative Ästhetik an und schuf als früher Freilichtmaler bei Tag und Nacht kleine Malereien von großer Modernität. Dabei wurde er in seiner Zeit vor allem als romantischer Maler wahrgenommen.
Der Vortrag zeigt, warum wir heute mit Nerly einen Maler würdigen, der beide Seiten in seinem Schaffen vereinte – die damals gerade erst entstehende Pleinairmalerei-Methode und die romantische Perspektive.
Referent: Prof. Dr. Kai Uwe Schierz | Stadtverwaltung Erfurt
Eintritt: 5 Euro