Vom 9. bis 11. Juni 2026 fand in Nürnberg die European Test and Telemetry Conference (ETTC) gemeinsam mit der Sensor+Test-Messe statt.

Marvin Henkel aus dem Team für faseroptische Sensorik von Jun.-Prof. Thomas Kissinger präsentierte in einem Fachvortrag einen neuartigen faseroptischen Low-Airspeed-Sensor für Hubschrauber, der in Zusammenarbeit mit der Airbus Helicopters Deutschland GmbH (Donauwörth) entwickelt wurde.

Das Sensorprinzip basiert auf der faseroptischen Formerfassung mittels Fasersegment-Interferometrie und ermöglicht die Messung von Fluggeschwindigkeit und Windrichtung im Niedriggeschwindigkeitsbereich unterhalb von 20 Knoten – einem Bereich, in dem konventionelle Pitot-Systeme versagen.

Die Messauflösung im Nanometerbereich erlaubt trotz der robusten, zylinderförmigen Bauweise eine hochpräzise Erfassung der Sensorverformung. Aufgrund des quadratischen Zusammenhangs zwischen aerodynamischer Widerstandskraft und Anströmgeschwindigkeit entsteht eine messbare Auslenkung des Sensors im Nanometer- bis hin zum Mikrometerbereich. Diese konnte durch Messungen im Windkanal der TU Ilmenau in einem Geschwindigkeitsbereich von 1 bis 10 m/s erfolgreich validiert werden.

Der neuartige Sensor soll künftig zur frühzeitigen Erkennung des gefährlichen Wirbelringzustands (Vortex Ring State) bei Hubschraubern beitragen. Dadurch könnte die Flugsicherheit erhöht und die Zahl von Unfällen reduziert werden, die auf eine unzureichende Erfassung der Fluggeschwindigkeit im Niedriggeschwindigkeitsbereich zurückzuführen sind.