07.04.2026

Licht-Blicke zum Weltinterferometrietag

Personen bei Konferenz in HörsaalTU Ilmenau

Wie lassen sich kleinste Bewegungen messen, die mit bloßem Auge unsichtbar sind? Und wie kann Licht dabei helfen, neue Erkenntnisse über Materialien, Technologien oder sogar ferne Planeten zu gewinnen? Antworten auf diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines internationalen wissenschaftlichen Symposiums zum Weltinterferometrietag, das am 20. April 2026 an der Technischen Universität Ilmenau stattfindet. Alle Interessierten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei. Um Anmeldung wird gebeten:

Programm und Anmeldung: www.world-interferometry-day.com/program_2026

Anlässlich des Welttages der Interferometrie versammelt das Symposium am 20. April 2026 führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt in Ilmenau. In ihren Vorträgen geben Forschende und Industrievertreter aus den USA, China, Frankreich, Deutschland und weiteren europäischen Ländern Einblicke in aktuelle Entwicklungen und die Zukunft einer der präzisesten Messtechniken überhaupt: die Interferometrie. Diese nutzt Licht, um selbst kleinste Strukturen und Veränderungen sichtbar zu machen – bis in den Nanometerbereich, also millionstel Millimeter.

Anwedungen der Laserinterferometer-Technologie von Medizin bis Astronomie

Das Symposium eröffnet Prof. Stefan Sinzinger, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, mit einer Einführung in die Holografie – die Kunst, Licht aufzuzeichnen und zu formen. Diskutiert werden anschließend Anwendungen der Interferometrie in der Halbleiterindustrie, optische Messtechnik für die Industrie oder innovative holografische Verfahren für Medizin und Mikroelektronik. Dr. Chiara Lindner, Postdoc am Fraunhofer IPM und Trägerin des „Quantum Future Award“ und des „For Women in Science“-Preises, diskutiert in ihrem Vortrag zudem die Frage, wie sich die Infrarotspektroskopie mithilfe quantentechnologischer Methoden verbessern lässt. Mit der Suche nach extrasolaren Monden und Leben im Universum mithilfe der Interferometrie beschäftigt sich der Beitrag Prof. Jeff Kuhns vom Institute for Astronomy in Hawaii.

Veranstaltet wird das Symposium vom Institut für Prozessmess- und Sensortechnik (IPMS) der TU Ilmenau unter Leitung von Prof. Thomas Fröhlich und Prof. Thomas Kissinger. Bereits seit 60 Jahren wird hier an immer präziseren Messmethoden geforscht. Ziel ist es, die Interferometrie kontinuierlich weiterzuentwickeln und ihre Grenzen zu verschieben. Heute arbeiten die Forschenden am IPMS mit Auflösungen bis zu 1 Pikometer – das entspricht einem Milliardstel Millimetern. Um eine solche extreme Präzision zu erreichen, müssen selbst kleinste Störeinflüsse, wie Erschütterungen, akustische Effekte oder Veränderungen von Luftdruck und CO-Gehalt, berücksichtigt werden.

Begeisterung für Interferometrie teilen

Das Symposium greift diese Herausforderungen auf und bietet neben hochkarätigen Fachvorträgen vor allem Raum für Austausch: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentieren Best Practices, diskutieren innovative Fallstudien und geben direkte Einblicke in aktuelle technologische Entwicklungen, die Innovationen und konkrete Anwendungen weltweit vorantreiben – von der Halbleiterfertigung über moderne Sensorik bis hin zur Astronomie. „Ziel des Symposiums ist es, unsere Begeisterung für die Interferometrie mit anderen Wissenschaftlern auf der ganzen Welt zu teilen“, so Initiator Prof. Eberhard Manske.

Der Welttag der Interferometrie selbst geht auf den Physiker Albert A. Michelson zurück, einen Pionier der optischen Messtechnik und ersten US-amerikanischen Nobelpreisträger für Physik. Michelson entwickelte im 19. Jahrhundert das nach ihm benannte Interferometer – ein Instrument, das Lichtwellen nutzt, um extrem präzise Messungen zu ermöglichen. Seine Arbeiten legten den Grundstein für viele heutige Anwendungen der Interferometrie, von der Grundlagenforschung bis zur modernen Hochtechnologie. Der von der TU Ilmenau und der SIOS Meßtechnik ins Leben gerufene, internationale Aktionstag erinnert an diese wissenschaftliche Leistung und macht gleichzeitig auf die Bedeutung der Interferometrie für aktuelle und zukünftige Entwicklungen aufmerksam.

Siehe auch Faszination Licht: Wie sich mit Hilfe der Interferometrie kleinste Größen präzise messen lassen

Kontakt

Susanne Ecke
Institut für Prozessmess- und Sensortechnik
+49 3677 69 1235
susanne.ecke@tu-ilmenau.de