Neu erschienen: Kosmopolitische Kommunikationswissenschaft auf dem Weg zur „tiefen Internationalisierung“

Transcript-Verlag

Dr. Pauline Gidget Estella, Prof. Martin Löffelholz, Dr. Aynur Sarısakaloğlu sowie die ehemaligen Mitarbeiterinnen des Fachgebiets Medienwissenschaft Dr. Yi Xu und Kathrin Schleicher analysieren im Band „Cosmopolitan Communication Studies“ Optionen einer stärker kosmopolitisch ausgerichteten Kommunikationsforschung.

Pauline Gidget Estella, Martin Löffelholz und Yi Xu thematisieren in ihrem Beitrag „Reimagining risk and crisis communication research through a cosmopolitan lens“ zentrale Herausforderungen der Risiko- und Krisenkommunikation in einer zunehmend komplexen und globalisierten Welt. Trotz einer zunehmenden Zahl von Studie aus dem sogenannten globalen Süden sei die Risiko- und Krisenkommunikationsforschung weiterhin zu stark auf euro-amerikanische Perspektiven fokussiert. Sie fordern daher ein Umdenken und schlagen dafür zentrale Prinzipien einer kosmopolitisch ausgerichteten Forschung vor.

Aynur Sarısakaloğlu beleuchtet in ihrem Beitrag „Cosmopolitanization of journalism research in the era of artificial intelligence: Bridging the global divide in algorithm-driven journalism“, dass algorithmische Systeme zwar neue Kommunikationswege für Journalist:innen eröffnen, zugleich jedoch bestehende digitale Ungleichheiten verstärken und zu einem globalen „AI-driven divide“ beitragen. Sarısakaloğlu entwickelt einen konzeptionellen Rahmen für eine inklusiv ausgerichtete Wissenschaftspraxis, die ein Verständnis von KI-gestütztem Journalismus im globalen Kontext fördert, Machtasymmetrien reflektiert und Blind Spots in der Forschung überwindet.

In dem Beitrag „Cosmopolitanization of war coverage research: Empowering non-Western narratives“ untersuchen Kathrin Schleicher und Aynur Sarısakaloğlu, welche Faktoren die (Un)Sichtbarkeit von Kriegen und Konflikten in der journalistischen Berichterstattung beeinflussen. Dabei machen sie auf die häufig westlich geprägten Deutungsmuster aufmerksam und plädieren für eine kosmopolitisch ausgerichtete Perspektive, die nicht-westliche Narrative stärker in den Fokus rückt und ihre Sichtbarkeit sowie Repräsentation sowohl in der journalistischen Praxis als auch in der Journalismusforschung fördert.

 

Weitere Informationen:

Richter, C., Radue, M., Horz-Ishak, C., Litvinenko, A., Badr, H., & Fiedler, A. (Hrsg.) (2025). Cosmopolitan communication studies: Toward deep internationalization. Transcript Verlag. doi.org/10.14361/9783839476772

Link:https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-7677-8/cosmopolitan-communication-studies/