Mit der sog. 50plus1-Regel möchte die Fußball-Bundesliga die Vereinsprägung der Teams und die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Fans wahren. Doch die Regel gilt nicht für alle Teilnehmer an der Liga, je nach Betrachtung sind zwei bis fünf Clubs ganz oder teilweise von der Regulierung ausgenommen. Prof. Dr. Oliver Budzinski (Fachgebiet Wirtschaftstheorie, Institut für Volkswirtschatslehre) untersucht in seinem jüngst publizierten Beitrag zum einen, ob und inwieweit diese Ausnahmen den Wettbewerb zwischen den Bundesligaklubs verzerren. Zum zweiten analysiert Oliver Budzinski, ob die institutionellen Bedingungen und die (sport-)ökonomischen Anreize, unter denen die Ligaorganisatoren agieren, eine marktinterne Lösung realistischerweise erwarten lässt. Der Beitrag kommt zu dem Ergebnis, dass letzteres nicht zu erwarten ist und ein korrigierendes Eingreifen des Bundeskartellamtes wünschenswert wäre.
Budzinski, O., Die Diskussion um die 50plus1-Regel im deutschen Fußball zwischen Selbstregulierung und wettbewerbspolitischer Intervention, in: Wirtschaft und Wettbewerb, 2026, WUW1484929.
Weiterlesen? - Gemeinsam mit Prof. Dr. Justus Haucap (DICE, Universität Düsseldorf) hat sich Oliver Budzinski auch mit den Finanzregeln im europäischen und im deutschen Fußball auseinandergesetzt. In ihrem neuesten Diskussionspapier üben die beiden Ökonomen Kritik an der geplanten Einführung einer sog. Kaderkostenbegrenzungsregel in der Bundesliga, welche begrenzen soll, wie viel Geld die Clubs für ihren Spielerkader ausgeben. Dabei liegt die Obergrenze aber nicht für alle Clubs absolut auf dem gleichen Wert, sondern soll relativ zu den Einnahmen gemessen werden, sodass regulativ festgeschrieben wird, dass einnahmestarke ("reiche") Clubs mehr Geld für Spieler ausgeben dürfen als weniger finanzstarke Wettbewerber. Die Autoren kritisieren insbesondere die parallele Geltung und kumulative Wirkung der 50plus1-Regel und der neuen Kaderkostenbegrenzungsregel.
Buzdinski, O. & Haucap, J., Fiskalregel im Profifußball: Was bringt Financial Fair Play?Ilmenau Economics Discussion Papers 31(209), 2026.

