
Prof. Dr.-Ing. habil. Jens Haueisen
BMTI Institutsleiter und Fachgebietsleiter Biomedizinische Technik
Prof. Dr.-Ing. habil. Jens Haueisen
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Dimitrios DimitrakopoulosTrockenelektroden für die Elektroenzephalographie (EEG) ermöglichen eine schnelle, gelfreie Anbringung, was für die Point-of-Care-Diagnostik von entscheidender Bedeutung ist; allerdings stellen sie oft Herausforderungen hinsichtlich Komfort und Signalqualität dar – insbesondere im klinischen Kontext. Neuartige „Blumen“-Trockenelektroden sind eine spezielle Art wiederverwendbarer Kopfhautelektroden für das Trocken-EEG, die sich durch eine charakteristische blumenähnliche Form mit abgewinkelten Stiften in drei ineinander verschlungenen Schichten auszeichnen. Während das neue Elektrodendesign in einer In-vivo-Studie an gesunden Probanden validiert wurde, haben wir seine klinische Anwendbarkeit in einer Proof-of-Concept-Studie mit drei Patienten getestet, bei denen Epilepsie und Delirium diagnostiziert worden war. Die Aufzeichnungen wiesen eine hohe diagnostische Qualität auf und ermöglichten die zuverlässige Identifizierung pathologischer Muster, wie generalisierte Spike-Wave-Komplexe und intermittierende Delta-Aktivität, mit einem Signal-Rausch-Verhältnis, das mit früheren Berichten zu schwammbasierten EEG-Systemen (begrenzte Fallserien) vergleichbar ist. Das Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) erwies sich als ausreichend hoch für klinische Diagnosezwecke, was zu visuell klaren und interpretierbaren EEG-Daten führte, die eine effektive Beurteilung der neurophysiologischen Signale der Patienten ermöglichten. Unsere Ergebnisse zeigen somit, dass das komfortable Blumenelektroden-Design ein praktikables und wirksames Instrument für die Epilepsiediagnostik, Langzeitaufzeichnungen und die klinische Neurophysiologie darstellt. Es stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung einer patientenorientierten und gelfreien EEG-Technologie dar, insbesondere für Point-of-Care- und Notfallanwendungen, ohne dass dabei die diagnostische Qualität der Aufzeichnungen beeinträchtigt wird.
Original publikation:
Dimitrios Dimitrakopoulos, Justus Marquetand, Joji Kuramatsu, Patrique Fiedler, Johannes Lang, Sensors 2026, 26(7), 2146; https://doi.org/10.3390/s26072146
Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Patrique Fiedler