5G Campusnetz

Daniel Wolbers
Media Broadcast

TV Live-Produktionen, Drohnensteuerung oder die Übertragung von 360 Grad Kamera-Signalen -  Anwendungsbeispiele des täglichen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Lebens. Der Vortrag zeigt ausführlich die Möglichkeiten eines 5G Campusnetzes hinsichtlich der technischen Realisierung (Frequenzspektrum und Netzkapazität, Infrastruktur und Sicherheit, Indoor- und Outdoor-Realisierung, 5G-Blue-Box, Endgeräte) und zahlreicher Use Cases auf. Darüber hinaus werden aktuelle Entwicklungen anhand von Ergebnissen des EU Horizon 2020 Projekts 5G-VIRTUOSA betrachtet und erörtert.


 

Versatile Video Coding - Eine Übersicht über den Standard

Prof. Dr.-Ing. Matthias Narroschke
Hochschule RheinMain

Professor Narroschke gibt in seinem Vortrag einen Überblick über den im Juli 2020 verabschiedeten Videocodierungsstandard Versatile Video Coding (VVC). Entwickelt wurde dieser Standard vom Joint Video Experts Team (JVET), welches sich aus Experten der beiden Standardisierungsgruppen ITU-T Study Group 16 Question 6 (VCEG) und ISO/IEC JTC 1/SC 29/WG 11 (MPEG) zusammensetzt.

VVC wurde mit dem Ziel entwickelt, die Datenrate von digitalen Videosignalen, bei gleichbleibender subjektiver Bildqualität im Vergleich zum im Jahr 2013 verabschiedeten Standard HEVC, um etwa 50% zu reduzieren und dabei eine Vielzahl von Anwendungen zu ermöglichen. Hierzu gehört insbesondere eine effiziente Übertragung von besonders hochaufgelösten Videosignalen. Dies beinhaltet örtliche Auflösungen von 4K-, 8K- und größer, High Dynamic Range (HDR) und Wide Color Gamut. Ferner sind eine effiziente Übertragung von computergenerierten Bildschirminhalten und omnidirektionalen 360°-Videosignalen nebst adaptivem Streaming wesentliche Zielanwendungen. VVC führt damit die Serie international bedeutender Standards fort, zu denen insbesondere MPEG-2 / H.262, MPEG-4 AVC / H.264 und HEVC zählen.

Der Vortrag gibt eine Übersicht über die wesentlichen Codierungstechniken von VVC. Dabei wird ein Fokus auf die Techniken gelegt, die in vorangegangenen Videocodierungsstandards nicht enthalten sind und einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Codierungseffizienz liefern. Übersichten zur mit VVC gegenüber HEVC erreichten Datenratenreduktion, zu definierten Profilen und aktuellen Entwicklungen in der internationalen Standardisierung hinsichtlich zukünftiger Standards runden den Vortrag ab.


 

Produktion von "Überall"

Christian Koch
TreeTop Christian Koch und Conny Lichtenberg GbR

Die Pandemie hat in der Medienproduktion schlagartig neue Anforderungen entstehen lassen, Abläufe geändert und neuen Ideen zur Blüte verholfen. Das war und ist fordernd, aber sehr interessant. Seit weniger als einem Jahr sind Produktionen in Bereichen entstanden, die mit klassischem Broadcast wenig zu tun haben: Hybridseminare, Sportveranstaltungen nur mit Online-Zuschauern, verteilte Radio-Talkshows, Online-Versammlungen mit Wahlen, mehrtägige Seminare über Zoom und LTE, Messe-Konferenzen fast ohne Vortragende vor Ort und parallele Gottesdienste aus zwei Kirchen gleichzeitig. Jede Veranstaltung anders, jede eine neue Herausforderung.

Der Vortrag schaut auf die Monate seit Mai 2020 zurück und beschreibt Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten von Akamai bis Zoom.


Christian Koch ist Dipl.-Informatiker und Absolvent der TU Ilmenau. Mit seiner Softwarefirma ist er vor allem im Medienbereich (Print, Audio, Medientechnik) aktiv. Gemeinsam mit noxus.TV aus Erfurt hat er 2020 für sich das Thema Streaming wiederbelebt, nachdem er 1997 den ersten Streaming-Server für das Studentenradio Radio hsf der TU Ilmenau aufgesetzt hat.

SRT – ein Protokoll als Problemlöser?!

Justus Rogmann, SRT Solutions Architect
Haivision IT und Services

Videostreaming ist ein alltägliches Werkzeug für viele von uns geworden, ob im privaten oder beruflichen Leben. Allerdings ist der Einsatz von Streaming oftmals auf Anwendungsfälle beschränkt, welche keine kritischen Anforderungen an die Latenz stellen. Wenn es um bi-direktionale Kommunikation oder um Kontribution zum Studio mit Rückkanal zur Quelle geht, wird häufig noch auf ein Video-Konferenz-System gesetzt, mit bewusster Akzeptanz einer verminderten Videoqualität. Die Alternative - Videostreaming mit geringer Latenz - scheitert häufig an unzuverlässigen Netzwerken oder dem Internet per se.
Das Secure Reliable Transport (SRT) Protokoll hat sich genau dieser Herausforderung angenommen und sich in einer Vielzahl von Workflows etabliert. Seit es als Open Source Library verfügbar ist, haben es mehr als 450 Hersteller weltweit in ihre Geräte und Softwarelösungen implementiert.

In seinem Vortrag wird Justus Rogmann erläutern, wie das Protokoll aufgebaut ist, was es vermag zu leisten und wo die Grenzen der Anwendungsfälle liegen. Neben den Grundlagen wird es auch einen Fokus auf die Handhabung von SRT-Verbindungen aus Sicht der Anwender geben.
Für Kenner des Protokolls wird eine Zusammenfassung der Neuerungen des letzten Jahres dabei sein, wie etwa die lang erwarteten Redundanz-Modi oder das Stream-ID Feature, welches Arbeitsweisen ermöglicht, die man vom RTMP Protokoll gewohnt war.


 

Videoinfrastruktur für den verteilten Congress des Chaos Computer Clubs

Alexander Votteler, Internet Service Provider Aachen
Anton Schubert, Riedel Communications

Der Chaos Computer Club veranstaltet jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr seinen Kongress zu gesellschaftlichen, politischen und technischen Themen. Nach 36 Jahren und mittlerweile über 17.000 Teilnehmern hat er sich international etabliert.
Den besonderen Umständen um das Coronavirus geschuldet konnte die Veranstaltung 2020 nicht wie zuvor in den Leipziger Messehallen stattfinden. Die Organisatoren standen daher vor der Herausforderung, den Congress ins Digitale zu überführen.

Aufbauend auf kleineren Streaming-Konferenzen, die gewissermaßen als Testlauf dienten, entstand die Idee, den Congress als verteiltes Hybrid-Event durchzuführen. Vortragsbühnen mit kleinem Team sollten in ganz Deutschland verteilt und über das Internet verbunden werden. Insgesamt wurden von 21 Standorten aus 2 Hauptkanäle und 17 Nebenkanäle produziert. So ergab sich über vier Tage hinweg ein durchgängiges Vortragsprogramm. Technisch geleitet wurde die Produktion vom Video Operation Center (VOC) des CCC in Kooperation mit der Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. (FeM) aus Ilmenau. Während das VOC sich um das Streaming und die Veröffentlichung der Videos auf verschiedenen Online-Plattformen kümmerte, übernahm FeM die Aufgabe einen zentralen technischen Sternpunkt aufzubauen. Im sogenannten "Master Control Room" liefen die Signale der Studios zusammen und wurden für die Hauptprogramme ausgespielt und aufgezeichnet. Zu den technischen Besonderheiten gehörte unter anderem das Simultanübersetzen in bis zu zwei Sprachen und die Kommunikation der Teams über mehrere Standorte hinweg.


 

Aktuelle Medien-Nutzung und Reichweitenentwicklung Big SmartScreens/HbbTV

Dirk Lüdemann, Leiter HA DISTRIBUTION
Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)

Die Mediennutzung verändert sich in den letzten Jahren zunehmend und deutlich – inzwischen zeichnen sich bei genauerer Analyse Trends ab, aus deren Ableitung eine Orientierung der Ausrichtung für Medienunternehmen möglich wird. Im Spannungsfeld zwischen mehr Publikationswegen, Endgerätetypen und Plattformen ist es eine Herausforderung die eigenen Ressourcen zielgerichtet einzusetzen, da diese begrenzt sind.

Der Vortrag fasst mit einer Mehrseitenanalyse aus verschiedenen Betrachtungswinkeln und Quellen die Hintergründe sowie die Nutzungs- und Reichweitenentwicklungen zusammen und gibt Orientierung in dem inzwischen sehr breiten Feld der Audio-/Video-Medien-Publikation.

Anhand von Beispielen werden notwendige Zusammenhänge für effektive Arten der Medienpräsentation und notwendige Rahmenbedingungen für die Realisierung erläutert.