Eine Absolventin, die nach ihrem Promotionsstudium schon ihren Wunscharbeitsplatz an der TU Ilmenau gefunden hat, ist Dr. Liana Khamidullina, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Nachrichtentechnik. Für ihre herausragende, bereits 2023 mit „summa cum laude“ bewertete Dissertation zur Mehrantennen-Signalverarbeitung an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, in der sie neue Signalverarbeitungskonzepte entwickelte, durfte sie im Rahmen der Festveranstaltung den Dagmar Schipanski Preis der Universitätsgesellschaft entgegennehmen. „Sie, unsere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, sind das Herz unserer Universität“, so Professor Stefan Sinzinger, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, in seiner Laudatio: „Sie sind es, die unsere Forschung vorantreiben.“
Das Forschungsthema von Dr. Liana Khamidullina, die Signalverarbeitung, spielt in der heutigen digitalen, zunehmend vernetzten Welt, eine entscheidende Rolle: von Radarsystemen, die Entfernungen oder Geschwindigkeiten erfassen, über EEG-Geräte, die Gehirnaktivitäten aufzeichnen, bis hin zu Mobilfunknetzen, die Sprach- und Bildinformationen übermitteln, um Menschen überall auf der Welt miteinander in Verbindung zu halten. Mit dem technischen Fortschritt steigt jedoch auch die Komplexität der Daten, die dabei verarbeitet werden müssen: Während klassische Signalverarbeitung häufig mit ein- oder zweidimensionalen Daten arbeitet, werden Signale heute oft zeitgleich über viele Kanäle, in unterschiedlichen Frequenzbereichen oder an mehreren Orten, gemessen. So entstehen mehrdimensionale, beispielsweise würfelförmige Datenstrukturen, sogenannte Tensoren. Anstatt diese Daten zu vereinfachen, nimmt die Forschung von Dr. Liana Khamidullina sie in ihrer vollen Komplexität in den Blick – und ermöglicht es, die versteckten Muster und Zusammenhänge innerhalb dieser komplexen Datenmengen präziser zu erkennen und zu analysieren.
„Dr. Khamidullina hat eine herausragende und sehr ausgereifte Dissertation auf höchstem theoretischem Niveau zu einer hochaktuellen Forschungsproblematik verfasst, die zahlreiche interdisziplinäre praktische Anwendungen findet“, so ihr Betreuer und Fachgebietsleiter Nachrichtentechnik Prof. Martin Haardt: „Die Dissertation liefert einen exzellenten wissenschaftlichen Beitrag für den Wissenszuwachs und damit bedeutsame Pionierarbeit auf dem Gebiet der mehrdimensionalen Signalverarbeitung.“
Diese Durchbrüche in der Forschung wurden in der Fachwelt bereits weitreichend anerkannt. Als eine der besten Doktorandinnen in der Elektrotechnik in Deutschland erhielt Dr. Liana Khamidullina außerdem den renommierten Dr. Wilhelmy-VDE-Preis 2024 des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE).
Indes forscht die junge Frau als Post-Doktorandin an der TU Ilmenau bereits weiter auf dem Gebiet der tensorbasierten Signalverarbeitung, um auch für andere Anwendungen Lösungen zu entwickeln. Mit dem Dagmar Schipanski Preis wird ihr nun erneut eine Ehrung zuteil: "Ich freue mich sehr und bin der TU Ilmenau sowie Professor Haardt dankbar für die Möglichkeit, an aktuellen Forschungsthemen mitzuwirken und mich mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt auszutauschen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Die Auszeichnung mit dem Dagmar Schipanski Preis bedeutet mir viel – sie ist eine schöne Anerkennung meiner Forschung und motiviert mich, meine wissenschaftliche Tätigkeit mit noch mehr Begeisterung voranzutreiben."
Der Dr. Khamidullina verliehene Preis der Universitätsgesellschaft erinnert gleichzeitig an das Wirken von Professorin Dagmar Schipanski als Wissenschaftlerin, Rektorin der TU Ilmenau und u.a. Wissenschaftsministerin Thüringens und würdigt ihr Engagement für die Wissenschaft und für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Weitere Informationen
