
Prof. Dr.-Ing. Patrique Fiedler
BMTI, Fachgebietsleiter Datenanlyse in den Lebenswissenschaften
Prof. Dr.-Ing. Patrique Fiedler
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Adobe Stock | #600111921Die optimale individuelle Parametereinstellung eines Cochlea-Implantats steht in direktem Zusammenhang mit dem resultierenden Hörvermögen, Sprachverständnis und somit dem Therapieerfolg. Das etablierte manuelle Verfahren der Parametereinstellung ist hochgradig arbeits- und kostenintensiv sowie aufgrund seiner subjek-tiven Komponenten starken Erfolgsschwankungen unterworfen bzw. für Patientengruppen mit geringer Koop-eration nicht anwendbar. Eine regelmäßige Neueinstellung ist aufgrund begrenzter Ressourcen stark limitiert.
Ziel des Projektes ist die Erforschung, Entwicklung und Umsetzung eines neuartigen Therapiesystems für die objektive individualisierte Bestimmung der Stimulationsparameter von Cochlea-Implantaten. Dieses neuartige Verfahren basiert auf und kombiniert aktuelle technologische und methodische Forschungs- und Entwicklungs-ergebnisse der Projektpartner, um den klinischen Einsatz von Cochlea-Implantaten in der Therapie bei Patient:innen mit hochgradigem Hörverlust 1) zu vereinfachen, 2) Kosten zu senken und gleichzeitig 3) eine Verbesserung der Therapieergebnisse zu erlangen.
Zur Erreichung der Projektziele wird ein neuartiges Gesamtsystem erforscht, welches auf einem Closed-Loop-Ansatz basiert und dieses in ein modulares und mobiles EEG-System integriert. Durch parametrisierte Stimula-tion über das Cochlea-Implantat, die Erfassung, Aufbereitung und Analyse der Reizreaktion im EEG und die hierauf basierende Anpassung und iterative Optimierung der Cochlea-Stimulationsparameter wird eine Objektivierung und deutliche Verbesserung der individuellen Parametereinstellungen angestrebt. Durch das in ICoStim entwick-elte EEG-basierte Therapiesystem werden Messgrößen für die Sprachverstehensleistung genutzt, die durch ihre elektrophysiologische Messung vollkommen objektiv sind, keine Verhaltensreaktion der Proband:innen erfordern und perspektivisch ohne medizintechnisches Personal auch in der Wohnumgebung der Patient:innen eingesetzt werden könnten. Hierdurch ergibt sich für die Anwender:innen und Patient:innen eine direkte Entlastung, deutliche Vereinfachung und Verkürzung des Einstellprozesses sowie eine einfach wiederholbare, verbesserte Parameterwahl und somit höheres Hörverstehen und Therapieerfolg.
Darüber hinaus wird es möglich, auch bei Patientengruppen mit limitierter Interaktion / Kooperation ein optimales Therapieergebnis zu erreichen.
Direktlink zur Projektseite der Auditory Prosthetic Group der Medzinischen Hochschule Hannover