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Nachruf auf Prof. Dr. Udo Müller

Geboren am 05.12.1935 entschloss sich Udo Müller zu einem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Münster, wo er 1960 diplomierte. Anschließend promovierte er 1965 zum Dr. rer. pol. an der Universität Würzburg mit einer Schrift zum Thema „Ökonomische Probleme und Wirkungen vergleichender Konsumgütertests“. Nach Zeiten als wissenschaftlicher Assistent und Dozent an der Universität und an der Fachhochschule Würzburg sowie als akademischer Rat und Professor an der Universität Münster erfolgte 1974 der Ruf auf den Lehrstuhl für Ordnungs- und Prozesspolitik am Institut für Volkswirtschaftslehre an der Leibniz Universität Hannover. Hier wirkte Udo Müller zunächst als Gründungsdekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und gut 30 Jahre bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2004 als Ordinarius. Generationen von Studierenden lernten bei ihm Wirtschaftspolitik in Form von Ordnungspolitik, Strukturpolitik und Wettbewerbspolitik, aber auch mathematische Wirtschaftstheorie sowie ab Anfang der 1990er Jahre Umweltökonomik und Systemmanagement. Als akademischer Lehrer beeindruckte Udo Müller dabei viele Studierende durch sein breites Wissen, seine strukturierte und systematische Vorgehensweise sowie den „Blick über den Tellerrand“ der herrschenden Lehre der Volkswirtschaftslehre und der Einbeziehung aktueller Probleme und Entwicklungen. Udo Müller, der sich selbst jahrelang mit Hochschuldidaktik beschäftigt hatte, erfreute sich insgesamt bei den Studierenden einer sehr großen Beliebtheit und Popularität. 

In der Forschung konzentrierte sich Udo Müller zunächst vor allem auf die Wettbewerbstheorie und Wettbewerbspolitik, was unter anderem in Zeitschriftenartikeln in der Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft (1967 und 1973; heute: Journal of Institutional and Theoretical Economics) und in Weltwirtschaftliches Archiv (1968; heute: Review of World Economics), in den zu ihrer Zeit renommierten Beiträgen „Wettbewerbstheorie“ und „Wettbewerbspolitik“ in dem von ihm mitherausgegebenen Handwörterbuch der Volkswirtschaft (2. Auflage, Wiesbaden 1980; Hrsg. W. Glastetter, U. Müller, E. Mändle, R. Rettig) sowie in dem Buch „Wettbewerb, Unternehmenskonzentration und Innovation“ (gemeinsam mit Peter Stahlecker, Göttingen 1975) zum Ausdruck kommt. 1987 gehörte Udo Müller zudem zu den Gründungsmitgliedern des Ausschuss für Industrieökonomik im Verein für Socialpolitik. Vor allem seit den 1990er Jahren legte Udo Müller viel Wert auf die Interdisziplinarität seiner Forschung und widmete sich verstärkt den Bereichen Umweltökonomik und evolutorische Ökonomik sowie systemtheoretischen Ansätzen. Früh erkannte Udo Müller die wachsende Bedeutung drittmittelfinanzierter Forschung und war in diesem Gebiet mit gemeinsamen Projekten mit der DFG, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Volkswagenstiftung, der EXPO2000 in Hannover, diverser Ministerien sowie zahlreicher Partner aus der Industrie seit Mitte der 1990er Jahre sehr erfolgreich. Bereits zu seiner Emeritierung im Jahre 2004 haben ihn zahlreiche Kollegen, Schüler und Wegbegleiter mit der Festschrift „Wettbewerb, Wirtschaftsordnung und Umwelt – Festschrift für Udo Müller“ (Frankfurt a.M. 2004, hrsg. v. Oliver Budzinski und Jörg Jasper) geehrt. 

In den rund 30 Jahren seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor hat Udo Müller zahlreiche interne und externe Doktoranden promoviert, von denen einige innerhalb der Wissenschaft, andere in der freien Wirtschaft Karriere gemacht haben. In der Arbeit am Lehrstuhl legte Udo Müller immer Wert auf eine kritisch-eigenständige Haltung und ließ seinen Mitarbeitern stets erhebliche Freiräume, ihre eigenen wissenschaftlichen Schwerpunkte und Themen zu entwickeln. Darüber hinaus werden wir, die an seinem Lehrstuhl tätig waren, immer seinen Ideenreichtum, seine Begeisterungsfähigkeit für neue Projekte und Ideen sowie seine Fähigkeit, übergeordnete Zusammenhänge zu erkennen, in Erinnerung behalten. 

Udo Müller verstarb am 06. April 2016 im Alter von 80 Jahren. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen. 

 

Prof. Dr. Oliver Budzinski (Technische Universität Ilmenau) 

PD Dr. Dirk Fornahl (Universität Bremen) 

PD Dr. Jörg Jasper (EnBW) 

Dr. Joachim Kreuzburg (Sartorius AG) 

Prof. Dr. Henrik Orzen (Universität Mannheim) 

PD Dr. Markus Pasche (Universität Jena) 

Henning Serger 

Prof. Dr. Peter Stahlecker (Universität Hamburg) 

Dr. Jenny Sundmacher (Sustain Consult) 

Dr. Torsten Sundmacher (Sustain Consult)