Labore des I3TC

VR-Zentrum

Das VR-Zentrum (IT-Dienstleistungszentrum Virtual Reality) als Teil des neuerbauten Rechenzentrums verfügt über zwei Experimentierlabore, die miteinander durch breitbandige Netztechnik verbunden sind.

Der größere der beiden Räume soll in Kürze mit einer Mehr-Benutzer-VR-Umgebung wie den sogenannten CAVEs (cave automatic virtual environment) ausgestattet werden. Diese soll eine modulare, rekonfigurierbare, hochauflösende, stereoskopische Boden- und 360° Panoramaprojektion als Videokomponente aufweisen. Darüber hinaus soll ein massiv-mehrkanaliges Lautsprechersystem installiert werden, um damit unterschiedliche räumliche Audiowiedergabeverfahren wie die holophone Schallfeldsynthese (z.B. Wellenfeldsynthese, WFS) oder Wiedergabe durch Mehrkanal-Stereophonie (z.B. Vector-base Amplitude Panning, VBAP) realisieren zu können. Die Abstimmung zwischen den kritischen Anforderungen hochqualitativer Akustik und hochauflösenden Videoformaten stellt bereits in der Planung eine Herausforderung dar – oft werden aktuelle Systeme entweder hinsichtlich hoher Video- oder hoher Audioqualität geplant und gebaut. Die neue Umgebung wird in ihrer Leistungsfähigkeit und visuellen wie akustischen Auflösung die Eigenschaften der aktuellen FASP (Baujahr 2006) um mehrere Generationsstufen übertreffen. Damit wird an der TU Ilmenau eine neuartige flexible CAVE-Umgebung geschaffen, die dem derzeitigen Stand der Technik entspricht und es der Universität ermöglicht, aktuelle und zukunftsweisende Forschungsfragen zu adressieren. Aufgrund des vergleichsweise einfachen Aufbaus lässt sich der große Raum auch problemlos für eine Audio- und Videowiedergabe mittels Head-Mounted Displays (HMDs) für einzelne oder mehrere Personen konfigurieren.

Im kleineren Raum des VR-Zentrums wurde eine freie AR/VR/MR Experimentierfläche geschaffen. Die Video-Darbietung erfolgt hier mittels eines oder mehrerer HMDs. Für die akustische Wiedergabe wurde hier ein massiv-mehrkanaliges Lautsprechersystem räumliche Wiedergabeverfahren realisiert. Aufgrund der in beiden Räumen vorhandenen Tracking-Technik können dabei auch auf einfache Weise kopfhörerbasierte Verfahren zur Audiowiedergabe eingesetzt werden, wie z.B. die dynamische Binauralsynthese. Mit der Verwendung eines HMDs für die Videowiedergabe und einer lautsprecherbasierten Audiowiedergabe können Probleme der eingeschränkten Externalisierung von wahrgenommenen Audioobjekten bei kopfhörerbasierten Verfahren umgangen werden. Durch die Vernetzung beider Räume und weiteren Laboren des Campus der TU Ilmenau können diverse Arten interaktiver Mehrbenutzer-Anwendungen realisiert werden.

Medienlabor

Das Medienlabor bietet umfangreiche Möglichkeiten für hochwertige professionelle Film-, Fernsehstudio- und Tonstudioproduktionen. Es steht für Lehre und Forschung am Institut für Medientechnik zur Verfügung und umfasst drei Hauptfunktionsräume: Aufnahmesaal, Video- und Audioregie. Für Besprechungen ist zusätzlich ein Redaktionsraum nutzbar. Die Studierenden können sich während ihrer Ausbildung mit moderner digitaler Kamera- und Verarbeitungstechnik vertraut machen.

Weitere Informationen

 

OpenI3TC-sensor Lab

In den Räumlichkeiten des ehemaligen Kompetenzzentrum Virtual Reality entsteht derzeit das OpenI3TC-sensor Lab, ergänzend zu den anderen Laboreinrichtungen des I3TC. Speziell sollen zusätzlichen Möglichkeiten geschaffen werden im Rahmen des sogenannten Productive Teaming zwischen Menschen und Maschinen in einem industriellen Produktionskontext immersive Medien und Sensortechnologien sowie deren Nutzung und Bewertung zu untersuchen. Dazu soll eine Reihe von berührungslosen und berührungsbasierten Sensortechnologien eingesetzt werden, darunter Elektroenzephalografie (EEG), Bioimpedanzmessung, physiologische Kraftmessung, direkte taktile Eingabemethoden, Bewegungserfassung für Hyperscanning, real-time multimodale Kameras und Audiosysteme. Darüber hinaus soll das OpenI3TC-sensor Lab auch die Möglichkeit bieten spezielle Produktionstechnologien und Mensch-Maschine-Systeme für das Schweißen zu betrachten.

Das OpenI3TC-sensor Lab ist auch Teil des CHIM Netzwerks als Kooperation der TU Ilmenau mit der Technischen Universität Chemnitz und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.