
Anna-Maria Matz
Teamassistenz
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DARE: Dark Romance Erfahrungen
DAREDark Romance ist ein Subgenre der romantischen und erotischen Unterhaltungsliteratur, das überwiegend von Frauen geschrieben und gelesen wird. Diese „dunklen Liebesgeschichten" bewegen sich in moralischen Grauzonen und stellen Sexualität wie Gewalt ausgesprochen explizit dar. Das Genre ist derzeit hochpopulär und ökonomisch erfolgreich, erreicht über Lese-Communitys in den sozialen Medien – allen voran BookTok auf TikTok – auch junge Menschen und hat eine kontroverse Debatte über seine mögliche Gefährlichkeit ausgelöst: Kritische Stimmen befürchten, dass die Texte toxische Beziehungen und gewalthaltigen Sex romantisieren und junge Leserinnen negativ in ihren Sexualitäts- und Beziehungsvorstellungen prägen könnten. Die Sorge um vermeintlich schädliche Wirkungen weiblicher Lektüre ist dabei keineswegs neu – schon im 18. Jahrhundert warnte man vor der „Lesesucht" der Frauen.
Das Projekt nähert sich dem Phänomen aus medienpsychologischer Perspektive und will das Genre, die Leserinnen und ihre Leseerfahrungen sowie die digitalen Lesekulturen und gesellschaftlichen Diskurse rund um Dark Romance besser verstehen. Es werden Theorien und Methoden der Psychologie sowie der Kommunikations- und der Literaturwissenschaft herangezogen.
Zum Einsatz kommen verschiedene sozialwissenschaftliche Untersuchungsdesigns und Datenerhebungsmethoden wie:
Für Einzelstudien im Rahmen des Projekts wird jeweils ein Ethik-Votum der Ethikkommission der TU Ilmenau eingeholt.
Das Projekt soll dazu beitragen, bestehende Forschungslücken zur Bedeutung von Dark Romance für Sexualität, Begehren und Beziehungsvorstellungen zu schließen. Es verortet das Genre in der langen Tradition erotischer Literatur von und für Frauen und fragt nach Kontinuitäten und Brüchen gegenüber deren historischen Formen. Ebenso berücksichtigt es die digitalen Lese- und Schreibkulturen, in denen Dark Romance entsteht, zirkuliert und diskutiert wird – von Selfpublishing und Fanfiction über Plattformen wie Wattpad bis zu BookTok – sowie die feministischen Diskurse, in denen das Genre zwischen weiblicher Selbstermächtigung und feministischer Kritik verhandelt wird. Konkret untersucht das Projekt Wissen und Einstellungen, Leseerfahrungen und mögliche Effekte aufseiten der Lesenden sowie Merkmale der Texte selbst.
Die Projektergebnisse können unterschiedliche Praxisfelder informieren. Sie helfen Menschen im Alltag, ihre persönlichen Leseerfahrungen mit Dark Romance besser einzuordnen. Sie geben der Medienpädagogik und Literaturvermittlung Anregungen für die Auseinandersetzung mit dem Genre. Der Politik sowie dem Kinder- und Jugendmedienschutz liefern sie eine Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Texten. Und dem Journalismus bieten sie Ansatzpunkte für eine evidenzbasierte Berichterstattung über Dark Romance und ihre gesellschaftliche Bedeutung.
Selbstfinanziert
ab 2025