Überblick

Die deutsche Promotion genießt hohes Ansehen in der Welt. Die Hochschulen, Forschungseinrichtungen und forschenden Unternehmen des Landes heißen internationale Forscher*innen willkommen und eröffnen Doktorand*innen exzellente Möglichkeiten, ihre Promotion in Deutschland umzusetzen.

Die deutsche Sprache ist dabei zumeist kein Problem, denn oft ist Englisch die Teamsprache in den Forschergruppen.

Etwa 29.000 Doktorand*innenen promovieren im Jahr in Deutschland – weit mehr als in jedem anderen europäischen Land. Unter ihnen sind mehr als 5.500 internationale Studierende, die ihren Doktor in Deutschland machen.

Der Doktortitel ist dabei der höchste akademische Grad, den eine Universität vergeben kann. In Deutschland bedeutet eine Promotion (auch Doktorat) in erster Linie, sich intensiv und selbständig einem bestimmten Thema oder einem Forschungsprojekt zu widmen, darüber eine Dissertation zu verfassen und letztlich über das Promotionsverfahren die Promotion abzuschließen.

Wie lange Sie für Ihre Promotion brauchen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Üblich sind drei bis fünf Jahre.

Wer sich zu einer Promotion entschließt, kann zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen. Je nach Fachrichtung, Forschungsthema, individuellen und formalen Voraussetzungen gibt es grundsätzlich zwei Wege zum Doktortitel:

1. Die Individualpromotion

Bei der individuellen Promotion bearbeiten Sie eigenständig Ihr Forschungsthema und werden dabei von einem Doktorvater oder einer Doktormutter betreut. Mehr als drei Viertel der Doktorandinnen und Doktoranden in Deutschland gehen diesen traditionellen Weg.

2. Strukturierte Promotionsprogramme

In den strukturierten Doktorandenprogrammen werden Sie – ähnlich wie in den angelsächsischen Ländern – von einem Team betreut und nehmen gemeinsam mit anderen Doktoranden an Kursen und Veranstaltungen teil.

Promotionsverfahren und Promotionsprüfung

Dissertation

Voraussetzung für die Eröffnung des Promotionsverfahrens ist die Einreichung der Dissertation, der schriftlichen Promotionsarbeit, in der Sie die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit präsentieren. Die Anforderungen sind hoch: Von einer Dissertation wird erwartet, dass mit ihr die Befähigung zur vertieften selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit belegt wird. Darüber hinaus muss sie einen Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnis bringen. Auch muss sie bestimmten formalen Kriterien entsprechen, die in den Prüfungsordnungen der Fachbereiche festgelegt sind.

Mündliche Prüfung

Zum Promotionsverfahren gehört – neben der Begutachtung der Dissertation – auch eine mündliche Prüfung in Form des Rigorosums oder der Disputation. Dies ist von Hochschule zu Hochschule und von Fachbereich zu Fachbereich verschieden. Die mündliche Prüfung dauert meist zwischen einer und zwei Stunden und kann je nach Promotionsordnung auch in einer Fremdsprache gehalten werden.

Veröffentlichung

Der Doktortitel wird erst vergeben, nachdem die Dissertation der wissenschaftlichen Öffentlichkeit durch Drucklegung oder gleichwertige Vervielfältigung innerhalb einer bestimmten Frist zugänglich gemacht und eine bestimmte Anzahl von Pflichtexemplaren an die Universität übergeben wurden. Damit erhält der / die Promovend*in das Recht, den Doktorgrad zu führen.

Weiterführende Informationen zum Thema Promotion und Forschung in Deutschland