Olivia Lindig
Sekretariat Fachgebiet Kunststofftechnik
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Die europäische Wirtschaft soll im Rahmen des European Green Deals bis 2050 nachhaltig und wettbewerbsfähig gestaltet werden. Wichtige Ansatzpunkte hierfür sind die Defossilisierung, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft. Einen zentralen Beitrag können biobasierte Werkstoffe leisten, da sie im Vergleich zu fossilbasierten Kunststoffen bei der Herstellung bis zu 90 % weniger CO₂ verursachen. Biobasierte Verbundwerkstoffe bestehen aus zwei oder mehr biobasierten Komponenten, von denen mindestens eine Komponente eine kontinuierliche Phase bildet – etwa bei naturfaserverstärkten oder holzgefüllten Kunststoffen. Um diese Materialien in technischen Anwendungen nutzbar zu machen, müssen häufig Funktionselemente wie lokale Verstärkungen, Rippen oder Verbindungselemente integriert werden. Bei thermoplastischen Verbundwerkstoffen kann dies durch etablierte Prozesse wie das Spritzgießen sowie durch additive Fertigungsverfahren (Tapelegen, 3D-Druck) erfolgen. Das Resultat sind innovative Leichtbauteile, die während ihrer Nutzungsphase CO₂-Emissionen reduzieren, da sie Masse und Energieverbrauch senken. Leichtbau gilt daher als Schlüsseltechnologie zur Dekarbonisierung, insbesondere in Kombination mit biobasierten Werkstoffen. Das Vorhaben verfolgt das Ziel der Herstellung biobasierter Verbundwerkstoffe sowie Kunststoffcompounds (Granulate) auf Basis von Naturfasern und Holzpartikeln. Die Verbundwerkstoffe werden umgeformt und unter Verwendung der Kunststoffcompounds mit Funktionselementen versehen. Ziel ist es ein Funktionsmuster herzustellen, das mit Hilfe lokaler Verstärkungen lastfallorientiert ausgelegt ist und damit die Herstellung nachhaltiger Leichtbauteile voranzubringen, Stoffkreisläufe zu schließen und zur Dekarbonisierung der Kunststoffindustrie beizutragen.
Gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus. – FKZ 2025 FGR 0054


Die anteilige Verwendung von Rezyklat (aus Post-Consumer oder Post-Industrial Material) bei der Herstellung von Spritzgießbauteilen schont Ressourcen und eröffnet dadurch Optimierungspotenziale sowohl im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit als auch auf die Nachhaltigkeit der Produktion. Aufgrund der durch den Rezyklatanteil veränderten Fließeigenschaften des Materials, müssen, um Gutteile herzustellen, die Maschinenparameter für die Rezyklatverarbeitung angepasst werden. Da das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Phase der Parameteroptimierung schnell unattraktiv wird, beinhaltet die Projektidee die Entwicklung eines Softwaretools, das auf Basis des Rezyklatanteils und der Materialeigenschaften ein geeignetes Prozessfenster ermittelt. Dadurch soll die Optimierungszeit minimiert und die Produktivität der Herstellungslinie maximiert werden. Auf Basis von eingelernten Daten, die aus dem Vergleich von simulierten Bauteilen und den Ergebnissen statistischer Versuchsplanung (Design of Experiments „DoE“) gewonnen wurden, ermittelt das Tool ein Prozessfenster (siehe Abbildung 1), in dem qualitativ hochwertige Formteile mit individualisierten Rezyklatanteilen hergestellt werden können.
REZYPLAN: KK5007915CL2; Das Forschungsprojekt RezyPlan – FKZ KK6013201EB5 – wird über das Förderprogramm „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Die Projektpartner danken dem BMWE für die finanzielle Unterstützung dieses Forschungsthemas.

In Leichtbauanwendungen werden häufig faserverstärkte Kunststoffe eingesetzt, die aufgrund ihres Aufbaus aus Fasern und Matrix nur eingeschränkt recyclingfähig sind. Einen Lösungsansatz bieten thermoplastfaserverstärkte Thermoplast-Composite, in denen Faser und Matrix aus dem gleichen Material bestehen.
Gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. – FKZ 2025 IIP 0030


Der Markt für lang- und endlosfaserverstärkte Thermoplaste (continuous fiber reinforced thermoplastics, CFRTP) wächst, da diese Werkstoffe hervorragende gewichtsspezifische mechanische Eigenschaften aufweisen und sich durch weitere wesentliche Vorteile wie kurze Zykluszeiten, Lagerfähigkeit, wiederholte Schmelzbarkeit, gute Umformbarkeit und den Einsatz alternativer Fügeverfahren auszeichnen sowie automatisierte Fertigungsprozesse ermöglichen. Bei der Herstellung von CFRTP fallen Trockenfaserabfälle (dry fiber waste, DFW) an. Zusätzlich müssen bis zu 30 % Verschnitt und Altteile mit Matrixmaterial als Abfallstrom betrachtet werden. Heute ist die Wertschöpfungskette für Verbundwerkstoffe linear. Hauptentsorgungswege für Verbundwerkstoffe sind die Verwertung in Zementwerken und die Deponierung. Für CFRTP ist werkstoffliches Recycling eine vielversprechende Alternative. Obwohl einzelne Studien zum werkstofflichen Recycling von CFRTP existieren, fehlt es an Transparenz über die Kosten, die ökologischen Auswirkungen und die Eigenschaften der Recyclingmaterialien. Zusätzlich zu den existierenden Recyclingmöglichkeiten besteht noch Raum für innovative Ansätze. Zudem muss das Recycling für DFW über Kohlenstofffasern hinaus erweitert werden, da Glasfasern leicht verfügbare DFW-Ströme bieten, die hauptsächlich deponiert werden. Erstes Ziel des Forschungsvorhabens ist daher die vorwettbewerbliche Entwicklung alternativer Recyclingansätze für CFRTP. Das zweite Ziel bildet eine systematische Betrachtung, Bewertung und ein Vergleich der Wertschöpfungsketten des werkstofflichen Recyclings, um die besten Optionen für verschiedene faserverstärkte Bauteile und DFW in Bezug auf die ökologischen Auswirkungen, die Kosten und wichtige Materialeigenschaften zu identifizieren. Auf Basis der systematischen Bewertung wird Transparenz über die bewerteten Wertschöpfungsketten des werkstofflichen Recyclings geschaffen und Empfehlungen für die Industrie – insbesondere für KMU – abgeleitet.
Das Projekt „Development and evaluation of mechanical recycling value chains for thermoplastic composite materials (RecyComp)“, Förderkennzeichen 01IF00376C, wird im Rahmen des Programms „Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.


Das Vorhaben ReEnAdd hat das Ziel der Energieeffizienzsteigerung und Ressourcenschonung in industriellen Produktionen, insbesondere im Mobilitätssektor. Durch Prozessoptimierungen, Materialclusterbildungen und den Einsatz neuartiger Additive soll das sortenreine Recycling erleichtert werden. Hierfür sollen drei grundlegend verschiedene Ansätze verfolgt werden. Erstens sind die bereits vorhandenen Herstellungsprozesse am Beispiel des Spritzgießens zu prüfen. Hierfür werden Energieumsätze für das Schmelzen und Abkühlen für jeden gewählten Kunststoff gemessen und daraus ein idealer Energieumsatz ermittelt. Verglichen mit den tatsächlich gemessenen Energieumsätzen an den Anlagen ergibt sich ein Delta. Die Prozesse werden nach diesem Delta und der Materialumsatzmenge pro Jahr bewertet, um energieINeffiziente Prozesse offenzulegen die lange Produktionszeiten aufweisen. Anschließend werden Versuchsreihen absolviert, um die Effizienz der Spritzgießprozesse zu steigern, ohne die Formteilqualität signifikant zu beeinflussen. Prozesse mit den höchsten Delta-Werten sollen zudem in die Fließbildsimulation überführt werden, sodass simulativ ermittelte Prozessparametersätze als Startpunkt für die Prozessoptimierung genutzt werden können. Anhand der ermittelten Energieumsätze wird ein CO2-Bilanzierungstool entwickelt. Zweitens sind neuartige und polymereigene Additive zu entwickeln, die das Fließverhalten der Kunststoffe verbessern und die Verarbeitung bei niedrigeren Verarbeitungstemperaturen und -drücken ermöglichen. Dies senkt direkt den notwendigen Energieumsatz und durch die Verwendung polymereigener Additive kann das verarbeitete Material sortenrein rezykliert werden. Drittens erleichtert die Vorgehensweise den Anteil an Rezyklat im Spritzgießprozess zu erhöhen ohne Fremdpolymere in der produzierten Ware zu erhalten. Die beschriebenen Vorgehensweisen bedürfen detaillierter Analysen, sodass die Formteileigenschaften und das Fließverhalten optimiert werden können.
Gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. – FKZ 2024 VFE 0088


Die Nutzung von Gleichstrom ist nicht auf den Hochspannungs-Energietransport über große Entfernungen wie die HGÜ-Verbindungen auf See oder von der Küste in den Süden Deutschlands beschränkt. Die LVDC- und MVDC-Anwendungen werden eine breite Palette verschiedener Bereiche von der Industrie über die Mobilität bis hin zum Haushalt abdecken. Weich-PVC verschiedener Mischungen wird überwiegend für die Kabelisolierung in Niederspannungsanwendungen verwendet, da es billig ist und seine mechanischen, elektrischen und chemischen Eigenschaften ausreichend sind, wenn die Mischung für den vorgesehenen Verwendungszweck geeignet ist. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts DC-Industrie 2 zeigen ein unterschiedliches Verhalten verschiedener PVC-basierter Kabelisolierungen. Es kann angenommen werden, dass die in den PVC-Verbindungen enthaltenen Additive und Füllstoffe eine bedeutende Rolle für das langfristige Verhalten der Isolierung spielen. Insbesondere die Wechselwirkung mit dem elektrischen Feld führt zu einem unterschiedlichen Verhalten bei Wechsel- und Gleichstrombelastung. Während der Betriebsbelastung führt das konstante und unidirektionale elektrische Feld jedoch zu anderen Effekten und damit zu anderen Belastungen als bei Wechselstromanwendungen: Die Elektrophorese wird zu einem Effekt, der bei Gleichstromanwendungen berücksichtigt werden muss. Außerdem können elektrochemische Prozesse Korrosion an Leitern verursachen, insbesondere in Gegenwart von Wasser. Die Identifizierung und Quantifizierung der Hauptfaktoren für die Degradation und damit des Beitrags zum Langzeitverhalten von PVC-basierten Isoliermaterialien für Niederspannungskabel unter kombinierter elektrischer, thermischer und Wasserbelastung wurde als bedeutende Forschungslücke identifiziert. Auf der Grundlage der Vorarbeiten wurden Materialkomponenten (Weichmacher, Füllstoffe, Stabilisatoren usw.) und die Umweltbedingungen als Faktoren mit signifikanter Bedeutung identifiziert. Es ist beabsichtigt, die Verbundmatrix und die Umweltbedingungen zu kontrollieren, um den Einfluss der Faktoren auf das langfristige elektrische Verhalten zu trennen. Für das vorgeschlagene Projekt wird die Polymermatrix auf die für Kabelisolierungen relevanten Hauptkomponenten reduziert: PVC, Weichmacher und CaCO3 Die Schließung dieser Forschungslücke ist von großer Bedeutung für die Nutzung der zunehmenden Möglichkeiten von Niederspannungs-Gleichstromanwendungen und -netzen und eine mögliche Umstellung bestehender Netze von Wechselstrom auf Gleichstrom. Die Untersuchungen tragen zum allgemeinen Verständnis von Materialien und Lebensdauer bei. Darüber hinaus kann das elektrische Verhalten mithilfe von Netzwerkmodellen mathematisch beschrieben werden. Unter definierten Bedingungen wird die Verwendung eines PVC-Compounds auf begrenzte, spezifische Additive reduziert: CaCO3 und Weichmacher.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 559008720

In Harzinjektionsverfahren kommt es während der Tränkung von Geweben und Gelegen mit Harzsystemen aufgrund der Einflüsse von viskosen Kräften und Kapillarkräften zu unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten innerhalb der Faserbündel und der dazwischen liegenden Kanäle. Dieses sogenannte „dual-scale“ Fließverhalten führt in der Herstellung von Faserverbundbauteilen zur Ausprägung von Lufteinschlüssen. Zu einer besseren Beschreibbarkeit dieses Phänomens ist es notwendig eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen, welche aktuell meist über semiempirische Modelle oder empirische Korrekturen berechnet werden. Die Beschreibung des „dual-scale“ Fließens beruht auf einer komplexen Verkettung von Werkstoff- und Prozessparametern, welche bislang über voneinander unabhängige Berechnungsmodelle unter der Annahme konstanter Eingangsparameter erfolgt. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Erweiterung der semiempirischen Teilmodelle um während des Injektionsprozesses dynamisch veränderliche Kenngrößen, zur Ermöglichung einer zuverlässigen analytischen Berechnung des „dual-scale“ Fließens. Eine Übertragung der um dynamische Kenngrößen erweiterten Beschreibung der Fließbedingungen in numerische Simulationen dient der Validierung der Modelle und bildet die Grundlage zu einer späteren simulativen Prädiktion von fließbedingten Lufteinschlüssen.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 565746455

Das Ziel des Forschungsprojektes besteht in der zuverlässigen Identifikation und Trennung der naturfaserverstärkten Kunststoffe von herkömmlichen Kunststoffen, sowie der Entwicklung eines materialschonenden Reinigungskonzeptes für NFK, sodass Eigenschaftsverschlechterungen durch Materialschädigungen vermieden werden.
Infolge erhöhter Nachfragen nach naturfaserverstärkten Kunststoffen (NFK) liegt der Fokus dieses Forschungsprojektes auf der Entwicklung eines Kreislaufsystems. Kunststoffe ausgedienter Produkte sollen dabei so aufbereitet werden, dass bis zu 100% wiederverwendet werden können.
Der Recyclingkreislauf beginnt unmittelbar nach der Entsorgung der Kunststoffprodukte in der gelben Tonne bzw. im gelben Sack. In der Müllsortierungsanalage müssen die naturfaserverstärkten Kunststoffe zuverlässig von konventionellen Kunststoffen wie PE, PP, PS oder PET getrennt werden. Methoden zur eindeutigen Identifizierung der Kunststoffe sind zu analysieren und zu vergleichen, sodass Kunststoffsorten von Compounds separiert werden. Die Trennung verschiedener Faserarten ist dabei essentiell, weil nur sortenreine NFK wieder zur Herstellung von Produkten mit gleichwertigen Eigenschaften verwendet werden können.
Im Anschluss nach dem Trenn- und Sortierprozess erfolgt eine materialschonende Reinigung und Aufbereitung der NFK zu sortenreinen Regranulaten bzw. Rezyklaten, welche von den kunststoffverarbeitenden Betrieben wiederverwendet werden. Die vollständige oder anteilige Nutzung der Regranulate für neuwertige Produkte ist im Rahmen des Projektes zu klären.
Im Rahmen des Projekts wird ein neuartiger Dämmstoff entwickelt, der in der Lage ist, die Wärmeleitfähigkeit von Gebäudewänden deutlich zu reduzieren.
Ein Hauptaugenmerk soll dabei auf die erhöhte Brandsicherheit, Verträglichkeit und der Wärmedämmung liegen.
Aufgrund geringer Wärmeleitung, hoher Verfügbarkeit und geringer Kosten sollen gezielt Basaltfasern eingearbeitet werden. Hierzu sind geeignete Matrixwerkstoffe sowie Konzepte zur Realisierung einer Schaumstruktur im Bauteil zu erstellen und zu testen.
In Frage kommen sowohl chemische, als auch physikalische Schäumverfahren. Durch parallele Untersuchungen zur Verarbeitung wird hierbei die Serientauglichkeit sichergestellt. Die entwickelten Konzepte werden anschließend im Labor und in einem Dauerversuch getestet.
Ziel des Projektes ist die Herstellung von Biokunststoffen mit hoher antibakterieller Wirkung aus natürlichen Rohstoffen. Polyphenole von Kiefernholzkernen werden bereits als Mittel gegen schädliche Bakterien eingesetzt und sind unbedenklich für den Menschen. Die Einarbeitung von Kiefernkernhölzern in Kunststoffen soll untersucht und gegenüber bisherigen Lösungen zuver-lässig umgesetzt werden. Dabei sind neben Standardkunststoffen vor allem Biokunststoffe ein-zusetzen. Die Kombination der Biokunststoffe mit Kiefernkernholz spart bis zu 100 % fossiler Rohstoffe ein.
Die Anwendungsmöglichkeiten für einen biobasierten antibakteriellen Kunststoff sind vielseitig. Es werden im Besonderen die Bereiche Sanitär, Spielwaren und Medizintechnik als zielführend erachtet. Beispielsweise können öffentlich genutzte Gegenstände, vom Kugelschreiber bis zum Einkaufswagengriff mit dem neuen Compound hergestellt und somit antibakteriell ausgestattet werden.
Die Herausforderungen des Projektes liegen vor allem im Erhalt einer gleichbleibend hohen an-tibakteriellen Wirkung während der Verarbeitung sowie in der Verifizierung einer Langzeitwirkung. Zusätzlich sollen Möglichkeiten zur Erhöhung der vorhandenen Wirkung erarbeitet und an Demonstratoren untersucht werden.

Im Rahmen des Verbundprojektes BioKöder werden in Kooperation mit der Lieblingsköder GmbH, Eitech Werkzeugbau GmbH, Advanced Compounding Rudolstadt GmbH und der Nea Kuasu Mold Tec GmbH die folgenden technologischen Material- und Produktentwicklungen angestrebt:
Diese Produkte sollen langfristig auf dem Markt befindliche konventionelle Produkte durch ökologische, umweltverträgliche Alternativen ersetzen können. Weitere Zielstellungen dafür sind die biologische Abbaubarkeit sowie der Verzicht auf Weichmacher.
Die Herstellung der Compounds aus biobasierten und/oder biologisch abbaubaren Thermoplasten mit Füllstoffen hoher Dichte erfolgt im Innenmischer. Dabei soll eine Maximierung des Füllstoffgehaltes, bei effizienter Durchmischung und minimaler Materialdegradation erzielt werden.
Zur Erreichung der Produktanforderungen und Erhaltung der Funktion werden Konstruktion und Gestalt der Produkte auf die neuen Materialien angepasst. Zudem soll im Zweikomponenten-Spritzguss-Verfahren die Verarbeitung einer weichen, elastischen und niederviskosen Außenkomponente (Beispiel: Thermoplastisches Elastomer; Abbildung 2: blau) in Verbindung mit einer schweren Kernkomponente (Beispiel: hochgefüllter Thermoplast; Abbildung 2: rot) ermöglicht und etabliert werden.
Im Forschungsprojekt ist vorgesehen, Biopolymere so schonend zu verarbeiten, dass die Eigenschaften durch den Verarbeitungsprozess nicht negativ beeinflusst werden, sondern ein höchstmögliches Maß der positiven Eigenschaftspotenziale von Biopolymeren erhalten bleibt, bzw. im Verarbeitungsprozess gesteuert werden kann. Die schonende Verarbeitung zielt auf eine möglichst geringe thermische und Scherbeanspruchung des Materials im Verarbeitungsprozess ab.
Damit ergibt sich für Formteile ein minimales Schwindungsverhalten mit maximalen mechanischen und thermischen Eigenschaften. Es ist darüber hinaus geplant, den Verarbeitungsprozess so zu konzipieren, dass zu einem späteren Zeitpunkt letzte Aufbereitung- und Konditionierungsprozessschritte in die Verarbeitung einbezogen werden können und so eine gezielte Eigenschaftsbeeinflussung vorgenommen werden kann. Dabei sollen vor allem PLA, PHB und Cellulose basierte Materialien wegen des technischen Eigenschaftspotenziales zum Einsatz kommen. Das Verfahren soll für technische Präzisionsteile mit hohen Abmessungsgenauigkeiten in automobilen Anwendungen erprobt und nutzbar gemacht werden.
Dazu soll das In-Line Compounding Maschinenkonzept eingesetzt werden, das für Groß-Spritzgießmaschinen prinzipiell bereits bekannt ist, aber noch nicht für kleinere Maschinen eingesetzt wird, da wesentliche maschinenbauliche Lösungen für einen industriellen Ein-satz bis heute fehlen. Dieses Maschinenkonzept wird auf Basis bekannter und bestehender Maschinenkomponenten im Rahmen des Projektes konzipiert und umgesetzt. Auf diese Weise wird eine kleine Spritzgießmaschine so ausgerüstet, dass diese für Biopolymere ein-gesetzt werden kann und das ausgewiesene, positive Eigenschaftspotenzial von Biopolymeren ausgeschöpft werden kann.
Ebenso soll ein Prozessmodell zur Beschreibung der Korrelation von Fertigungsbedingungen und erzielbaren Eigenschaften für Biopolymere konzipiert werden, aus dem weitere Optimierungspotenziale für zukünftige Arbeiten abgeleitet werden können. Der Einsatz des Maschinensystems kann darüber hinaus grundlegende neue Erkenntnisse auf dem Gebiet des Energieeinsatzes für die Plastifizierung auf Spritzgießmaschinen liefern.

Das Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer Prozesskette zur Verarbeitung recycelter Kohlefasern zur Herstellung hochgefüllter Thermoplaste für Spritzguss- und Extrusionsanwendungen. Bei der herkömmlichen Verarbeitung mit Doppelschneckenextrudern (DSE) werden Kohlefasern im Einarbeitungsprozess stark zerkleinert, wodurch die mechanischen Eigenschaften des fertigen Compounds verringert werden.
Der Einsatz eines Innenmischers bietet das Potential, durch eine schonende Verarbeitung die Faserverkürzung zu minimieren. Die aus solchen Compounds hergestellten Produkte kennzeichnen viele technische und ökologische Vorteile. Längere Kohlefasern erzielen höhere Festigkeiten und Steifigkeiten in Formteilen, so dass eine Wanddickenreduktion bei gleichbleibender Belastbarkeit möglich ist. Zusätzlich verbessern längere Fasern im Kunststoff sowohl elektrische als auch thermische Leitfähigkeiten, was das Anwendungsspektrum von Kohlefaserrecyclatcompounds erweitert. Eine Steigerung der Ressourceneffizienz wird durch verminderten Materialeinsatz und durch die Verwendung recycelter Hochleistungsmaterialien erreicht.
Die Herausforderungen des Projektes liegen vor allem im Erhalt der Kohlefaserlänge während der Verarbeitung sowie die Optimierung der Prozesskette durch eine geeignete Skalierung von Labor- auf Industrieinnenmischer. Hierzu wird ein Model der Faserverkürzung entwickelt und Simulationen zum auf Skalieren durchgeführt und verifiziert.
Beschaffung einer Doppelschneckenextrusionsanlage für das Recycling und Upcycling von Kunststoffen sowie reaktive Extrusion als Geräteausstattung für Forschungsvorhaben (FKZ 2022 FGI 0014)


Der Kostenfaktor Energieverbrauch wird in diesem Projekt untersucht.
Mit umfangreicher Messtechnik kann der Energieverbrauch von Produktionsprozessen wie Spritzgießen, Extrusion oder Blasformen erfasst werden. Mithilfe von Kennzahlsystemen wird Benchmarking durchgeführt. Eine energetische Analyse der Prozesse findet vor dem Hintergrund optimaler Produktivität statt.
So werden selbst komplexe Prozesse wie das Spritzgießen auf unterschiedlichen Maschinentypen vergleichbar und Investitionsentscheidungen in Anlagentechnik oder Prozessoptimierungen können unterstützt werden.
Im Rahmen des Projekts wird ein Verbindungselement für moderne Fassadensysteme entwickelt.
Das Verbindungselement dient der Befestigung von schweren, großflächigen Anbauteilen an der Gebäudehülle und soll den durch die Wand hindurchtretenden Wärmestrom minimieren um die thermischen Verluste von Bauwerken zu verringern. Aufgrund der niedrigen Wärmeleiteigenschaften eignen sich insbesondere Kunststoffe für diesen Anwendungsfall.
Um den hohen Anforderungen hinsichtlich den langzeitigen mechanischen Einwirkungen, dem breiten Temperaturbereich, der Brandsicherheit, einer fertigungsgerechten Gestalt und der Wirtschaftlichkeit zu entsprechen, werden verschiedene konstruktive Lösungen ausgearbeitet. Die mechanischen und wärmetechnischen Charakteristiken werden mittels softwaregestützten Finite-Elemente Berechnungen simuliert und analysiert. Somit wird eine gestaltoptimierte Konstruktion ermöglicht. Um den späteren Einsatz des Elementes zu gewährleisten, wird ein serientaugliches Herstellverfahren konzipiert und ein Prototyp erstellt, dessen Eigenschaften in Realversuchen getestet und nachgewiesen werden. Ziel des Projektes ist es, eine Zulassung im Einzelfall durch das DIBt für das in Serie hergestellte Bauelement zu erreichen.
Das Projekt „Fahrzeugboden aus faserverstärktem Kunststoff“ verfolgt das Ziel, belastete Strukturbauteile von Kraftfahrzeugen, im konkreten Fall Freizeitfahrzeuge/ Reisemobile, als Faserverbund-Hybrid auszulegen und entsprechend einzusetzen. Hierbei steht im Besonderen die Bodengruppe des ausgewählten Fahrzeuges im Fokus. Dazu wird im vorliegenden Projekt eine Wannenform gewählt.
Der Bau von Wohnmobilen verwendet bis heute kaum Leichtbau. Vor allem befinden sich noch keine Tragsysteme aus faserverstärkten Kunststoffen im Serieneinsatz, was sich wegen ausgeprägtem Leichtbaupotentiales durch FVK, steigenden Ansprüchen an Umweltschutz und Betriebskosten gegenwärtig ändert. Hierfür soll in diesem Projekt eine Fahrzeugbodengruppe aus faserverstärktem Kunststoff mit gezielten metallischen Verstärkungselementen für den Einsatz in Wohnmobilen konstruiert, ausgelegt und hergestellt werden.
Ziel ist die Eignungsprüfung des gewählten Ansatzes, faserverstärkte Kunststoffe für tragende Bodenkonstruktionen in Fahrzeugen einzusetzen, sowie die Entwicklung serientauglicher Fertigungsverfahren unter industriellen Herstellungsbedingungen.
Im Vordergrund steht dabei die fasergerechte Auslegung und Konstruktion des Fahrzeugbodens und die Wahl geeigneter Verarbeitungsbedingungen. Mit dieser Vorgehensweise kann gewährleistet werden, dass das werkstoffabhängige Leichtbaupotential angemessen ausgenutzt wird. Auf Basis der Konstruktion wird ein Demonstrator hergestellt und verschiedenen statischen und dynamischen Belastungsprüfungen unterzogen.
Das Fachgebiet Kunststofftechnik der TU Ilmenau erforscht im Rahmen des Verbundprojektes zunächst die Möglichkeit der gezielten Scherverflüssigung von Kunststoffschmelzen. Diese wird genutzt, um Verstärkungsfasern zu benetzen, die so zu Faserverbundkunststoffen werden. Hierzu finden zunächst Prüfungen im Labor statt, die die erforderlichen Randbedingungen dieser neuartigen Technologie klären sollen. Auf Grundlage der Versuche wird ein erster Versuchsaufbau zur Fasertränkung und anschließend zur Herstellung von Sandwichverbunden entwickelt. Der neu entwickelte Prozess wird zudem genutzt, um erstmalig vollständig biobasierte Sandwichverbunde mit Naturfasern und Biokunststoffen herzustellen.
FaSanDirEx ist die Folge eines am Fachgebiet gelaufen Projekts und baut auf dessen Ergebnissen auf. Die bestehende Direktextrusionsanlage wird mit der zu entwickelnden Scherver-flüssigungseinheit verbessert werden, um so die Energieeffizienz weiter zu steigern und das Material noch schonender zu verarbeiten. Das ermöglicht die Verwendung besonders Degradationsempfindlicher Biokunststoffe. Die Erweiterung um eine Produktionslinie für Sandwichstrukturen ermöglicht die Abbildung der gesamten Prozesskette.
In dem Forschungsprojekt sollen ingenieurtechnische Grundlagen erarbeitet werden, mit denen es besser als durch bisherige Mittel möglich wird, die Festigkeiten und Eigenschaften von Bauteilen aus faserverstärkten Kunststoffen vor einer Herstellung zu bestimmen, entsprechend die Gestaltung des Bauteilkonzeptes einzuordnen, zu optimieren und Grenzen des Einsatzes zu erkennen.
Auf diese Weise sind einerseits Machbarkeit aber auch die technisch-wirtschaftlichen Konsequenzen zu einem frühen Zeitpunkt abschätzbar und aufwändige „Versuch & Irrtum“ Methoden vermeidbar. Dies ist von besonderer Bedeutung, wenn es gelingen soll, faserverstärkte Kunststoffe in deutlich größerem Maßstab für Bauteile im Maschinen- und Anlagenbau zu nutzen, bei denen Auslegung und Komplexität der Geometrie von bisher vielfach bekannten großflächigen Strukturen mit geringen Maßhaltigkeitsanforderungen abweichen.
Auslegungsregeln für die Bauteilgestaltung sollen aufgestellt werden und unter Zuhilfenahme von FEM Berechnungen mit theoretischen Modellen verglichen werden. Dabei fließen die grundsätzlichen Untersuchungen zum Werkstoffverhalten, die im Gesamtprojekt durchgeführt werden in die Berechnungen mit ein. Dazu wird das Werkstoffverhalten an realen Formmustern in eigenen Arbeiten untersucht, mit FEM Berechnungen verglichen und wo erforderlich angepasst und den Auslegungsregeln zugeführt.
In Ergänzung zu den mechanischen Eigenschaften werden die Prozessparameter verschiedener Verarbeitungsverfahren (Handlaminieren, Vakuuminfusionsverfahren, RTM, VARTM und RIM) untersucht; es werden verschiedene Harz- und Faserkombinationen untersucht. Ein Prozessmodell soll erarbeitet werden. Einzuhaltende Prozessbedingungen können definiert und konkrete Verarbeitungsempfehlungen aufgestellt werden, um diese in einem ersten Schritt der Korrelation von Fertigung und Eigenschaften zuzuführen. Die Prozessmodelle werden anhand von Versuchen in Kombination mit den Werkstoffmodellen erarbeitet. Dabei sind die im Gesamtprojekt angrenzenden Verfahrenstechniken in den Auslegungsregeln zu berücksichtigen und die dadurch gewonnenen Erkenntnisse einzubeziehen. Ein Ausblick auf die Verfahrensbedingungen bei Serienfertigung ist in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern vorgesehen.
Die Forschergruppe Leichtbau des Thüringer Innovationszentrums Mobilität (ThIMo) befasst sich mit der Senkung des Fahrzeuggewichts mit Hilfe der spezifischen Eigenschaften von Kunststoffen. Das Fachgebiet Kunststofftechnik bearbeitet dabei vier der sieben beinhalteten Themenkomplexe.
In Forschungsfeld 1 wird das Resin-Transfer-Moulding-Verfahren (RTM) zur Herstellung duroplastischer Faserverbundkunststoffe genauer untersucht. Dazu sollen die Qualitäts- und Zykluszeitbestimmenden Faktoren genauer charakterisiert werden, um eine schnelle Produktion fehlerfreier Produkte zu ermöglichen.
Forschungsfeld 2 beinhaltet die wirtschaftliche Betrachtung verschiedener Wertschöpfungsketten zur Herstellung von Faserverbunden. Dabei sollen zeitkritische Verfahrensschritte analysiert und neu geordnet werden, um eine Prozessbeschleunigung zu erzielen. Kern der Arbeit bildet die Herstellung thermoplastischer Faserverbundbauteile durch Organobleche.
Im vierten Bereich der Forschergruppe finden Untersuchungen zur Herstellung kunststoffummantelter Aluminiumschäume statt. Es wird zunächst die Herstellung der Schäume und die dabei erzielbaren mechanischen Eigenschaften genauer charakterisiert. Im zweiten Schritt erfolgt das Umspritzen mit Thermoplasten.
In Forschungsfeld Nr. 7 wird die Möglichkeit der Herstellung funktionalisierter Formteile durch die Hinterspritztechnik erforscht. Dazu werden elektrisch leitfähige Bahnen hinter Folien gespritzt, um so Bedienelemente für Automobile herzustellen.

Die Forschergruppe NEMOFASER findet in Kooperation der Fachgebiete Kleinmaschinen, Industrieelektronik und Kunststofftechnik statt. Der Einsatz neuer Werkstoffe, Fertigungsverfahren und dreidimensionaler Berechnungsansätze erlaubt sinnvolle Konzepte für alternative Elektromotorendesigns. Im Vergleich zum klassischen Aufbau mit radialer Flussführung steht im Rahmen der Forschergruppe die Axialflussmaschine im Mittelpunkt. Den Vorteilen der geringen Längenausdehnung, hoher Drehmomentdichten und Leichtbaumöglichkeiten stehen Herausforderungen bei Entwärmung und Stabilisierung der Aktivteile gegenüber.
Das Leichtbaupotential der Motorkonzepte wird durch den Einsatz von Faserverbundkunststoffen (FVK) weiter ausgeschöpft. Eine erfolgreiche Umsetzung von FVK-Komponenten im Motor bedingt erhöhte Anforderungen an Maßhaltigkeit, Hitzebeständigkeit und Steifigkeit im Vergleich zur Auslegung konventioneller Strukturbauteile. Zusätzlich sollen mittels aerostatischer Lagerung Reibverluste minimiert und Wärme aus dem Motor transportiert werden.
Der Einsatz von Wide-Band-Gap-Leistungshalbleiterbauelementen ermöglicht höhere Leistungsdichten und neue Topologien für Umrichter. Die höheren Schaltfrequenzen gehen einher mit Herausforderungen bei der elektromagnetischen Verträglichkeit sowie der Aufbau- und Verbindungstechnik.
Beschaffung, Aufbau und Inbetriebnahme von Geräteausstattung zur Bestimmung rheologischer und thermischer Eigenschaften von Polymerwerkstoffen wie beispielsweise biobasierte Kunststoffe, Kunststoffrezyklate oder leitfähige Tinten und dehnbaren Materialien für flexible Elektronik (FKZ 2024 FGI 0008)


Im Rahmen des Vorhabens sollen Verbunde aus Aluminiumschaum und Faserverbundkunststoff hergestellt und deren Eignung als automobiles Crashelement untersucht werden.
Ziel des Vorhabens sind Werkstoffverbunde, die aus einem Aluminiumschaumkern sowie einer Ummantelung aus faserverstärkten Thermoplasten bestehen (Abb. 1). Diese Verbunde dienen zur Herstellung crash-relevanter Strukturen für Fahrzeuge, die bisher einen großen Anteil am Fahrzeuggewicht haben. Die Stärken der einzelnen Werkstoffe werden durch den Verbund verbessert und deren Schwächen reduziert. Der Aluminiumschaum nimmt im Crashfall während der Kompression hauptsächlich kinetische Energien auf. Hierbei wird er vom Kunststoffmantel gestützt. Anhand eines Demonstrators soll gezeigt werden, dass diese Material-Kombination ein für Fahrzeuge attraktives Eigenschaftsspektrum aufweist. Die Entwicklung entsprechender Herstellungsverfahren ist Teil des Vorhabens. Hierzu finden zunächst Untersuchungen zur Schaffung des Verbundes zwischen Aluminiumschaum und Kunststoff statt. Weiterhin werden die Grenzen der Verarbeitbarkeit erforscht. Das betrifft insbesondere Druck und Temperatur, die zu vorzeitiger Zerstörung des Schaums bei der Verarbeitung führen können. Voruntersuchungen decken auf, welche Prozessrouten der Herstellung kontinuierlicher Hybridwerkstoff-Halbzeuge im Extrusionsverfahren sowie die diskontinuierliche Herstellung dreidimensionaler Strukturen im Spritzgussverfahren effizient und technisch realisierbar sind.
Weiterhin wird die direkte Anbringung von Befestigungselementen erforscht. Die mit diesen Hybridstrukturen hergestellten Prototypen werden in mechanischen Prüfungen hinsichtlich erreichbarer spezifischer Steifigkeit und Festigkeit geprüft. Die Energieabsorbtion im Crashfall wird experimentell untersucht und numerisch modelliert (Abb. 2).
Das Vorhaben wird vom Freistaat Thüringen unter der Nummer 2017 FE 9124 gefördert und durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.



Dynamisch arbeitende mechanische sowie elektrische Systeme werden stets von Energieverlusten begleitet, die eine Erwärmung zur Folge haben. Übermäßige Temperaturanstiege müssen dabei vermieden werden um eine Verschiebung der Betriebspunkte in weniger effiziente Bereiche zu verhindern.
Aktive Kühlsysteme können Temperaturen wirkungsvoll senken, sind jedoch teilweise nur komplex realisierbar und auf Transportmedien angewiesen. Passive Kühlungen sind in der Regel weniger effektiv, jedoch zuverlässig in Ihrer Anwendung.
Der Abtransport von Wärme mittels wärmeleitfähiger Duroplaste stellt ein erprobtes Mittel zur passiven Kühlung von Bauelementen dar. Der aktuelle Stand der Wissenschaft gibt bereits Aufschluss über erreichbare Wärmeleitkoeffizienten bei der Additivierung von Duroplasten (Abbildung 1).
Ziel des aktuellen Forschungsprojektes „High Eff-Heat M“ ist es die Anisotropie der wärmeleitfähigen Duroplaste zu nutzen um Wärme gezielt aus dem System zu transportieren und angrenzende Baugruppen vor Erwärmung zu schützen. Das Harzinjektionsverfahren aus dem Bereich der Composite-Herstellung soll dazu verwendet werden definierte Pfade zur Temperaturleitung zu erstellen und dabei gleichzeitig empfindliche Komponenten vor Umgebungseinflüssen zu schützen. Dabei muss eine geringe Viskosität der modifizierten Duroplaste gewährleistet werden, um auch bei geringem Prozessdruck eine vollständige Füllung kleinster Zwischenräume sicherzustellen (Abbildung 2). Über die Kombination verschiedenartiger Partikelgeometrien soll ein Optimum von gerichteter Wärmeleitfähigkeit und hoher Fließfähigkeit gefunden werden. Die anisotrope Wärmeleitfähigkeit wird durch intelligente Werkzeug- und Prozessauslegung genutzt um Pfade im Material auszubilden die eine effiziente Kühlung der vergossenen Komponenten ermöglicht. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
High Eff-Heat M: KK5007915CL2; Das Forschungsprojekt High Eff-Heat M KK5007915CL2 wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Die Projektpartner danken dem BMWK für die finanzielle Unterstützung dieses Forschungsthemas.
Das vorliegende Vorhaben soll dazu dienen, einen neuartigen Rettungs- und Transport-schlitten zu entwickeln, der aufgrund seines geringen Gewichts, einer signifikant höheren Wärmeisolation und funktionalen Gestaltung den Rettungseinsatz in unwegsamem Gelände verbessert.
Der Einsatz als leichtes Rettungsmittel erfordert einen Werkstoff, der sich durch eine hohe Schlagzähigkeit, eine geringe Dichte und geringe Wärmeleitfähigkeit auszeichnet. Der neuartige Rettungsschlitten soll deshalb aus hochmolekularem Polyethylen im Spritzgießprozess hergestellt werden. Aufgrund der geringen Fließfähigkeit erfolgt die Verarbeitung dieses Kunststoffs bisher nur im Extrusionsprozess. Eine prozesstechnische Anpassung der Maschinen- und Anlagentechnik in Verbindung mit einem innovativen Werkzeugkonzept soll die Verarbeitung zu Formteilen ermöglichen, die ein hohes Fließweg / Wanddickenverhältnis aufweisen.
Der Einsatz des bislang spritzgussfremden Werkstoffs kann sowohl für den Freizeit- und Funsportbereich, als auch für hochbeanspruchte und leichte Rettungsgeräte eingesetzt werden. Im Rahmen des Projektes wird ein alpines Rettungsgerät entworfen, welches insbesondere in unwegsamen Gelände Vorteile gegenüber bestehenden Rettungsgeräten aufweist. Zusätzlich wird das neue Rettungsgerät kompatibel mit den vorhandenen KTF-Liegen sein.
Ziel des Vorhabens ist es, die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Materialzusammensetzung, Verarbeitungsparametern und Formteileigenschaften von 3D-Formteilen aus Holzspänen zu ermitteln.
Holzspäne sind kostengünstig und regional verfügbar. Vor allem zweidimensionale Formteile (Spanplatten) hergestellt werden heute weltweit in der Bau- und Möbelindustrie eingesetzt. Aufgrund ihrer drei-dimensionalen Formbarkeit sind Holzspäne jedoch auch für die Verarbeitung in komplexen Presswerkzeugen geeignet. So hergestellte Bauteile können formfallend hergestellt werden, sodass nur wenige Nach-arbeitsschritte anfallen. Im Gegensatz zu thermoplastischen Wood-Plastic-Composites (WPC) sind hohe Holzanteile und eine gezielte Faserausrichtung möglich.
Im Projekt wird der Ansatz verfolgt, Kunststoffe mit getrockneten Holzspänen zur Herstellung von 3D-Formteilen zu verbinden. Die Holzspäne müssen anwendungsorientiert im Werkzeug verteilt werden. Hierfür muss auch das benetzungsverhalten der Matrix mit den Holzspänen untersucht werden. Als Matrixmaterial werden formaldehydfreie Harz- und Klebstoffsysteme, sowie thermoplastische Pulver verwendet.
Durch Steuerung des anschließenden Pressprozesses der ausgerichteten und benetzten Holzspäne können Dichte und Wanddicke des Formteils beeinflusst werden.
Im Rahmen des Projekts werden die grundlegenden Zusammenhänge zwischen der Werkstoffauswahl, den Verarbeitungsparametern und den Formteileigenschaften durch Versuche mit einem neu entwickelten Mehrzweck-Versuchswerkzeug untersucht. Die erkennbaren Zusammenhänge werden modellhaft beschrieben und daraus Formfüll- und Auslegungsregeln abgeleitet. Die Kenntnis der erreichbaren Eigenschaften erlaubt eine zielführende Einsatzbewertung derartig hergestellter 3D-Formteile.
Im Projekt sollen vor dem Hintergrund des Leichtbaus Grundlagen zum Einsatz der Materialkombination FVK und nachvernetztem Kunststoffschaum in hybrider Sandwichbauweise für schwingend beanspruchte Komponenten im Maschinen- und Anlagenbau erarbeitet werden. Das Materialverhalten wird untersucht und zur Erstellung von FEM-Berechnungsmodellen genutzt. Unter Anwendung verschiedener Fertigungsverfahren werden Modellbauteile gefertigt und geprüft. Die gewonnen Erkenntnisse fließen in die Konstruktion und Simulation eines Demonstratorbauteils sowie die Aufstellung von technischen sowie ökonomischen Auslegungsregeln ein.
Das Projekt dient als Grundlage zur Entwicklung und Herstellung sowie für Eigenschaftsprofile von FVK-Kunststoffschaum-Hybridstrukturen unter Einbeziehung von Anbindungsteilen für dynamisch belastete Maschinenkomponenten.

Zielstellung des Projektes InBiKo war die Weiterentwicklung des RIM-Verfahrens zur ressourceneffizienten und automatisierten Herstellung von Industriekofferinlays bestehend aus biobasierten Duroplastschäumen mit anwendungsspezifisch einstellbaren Eigenschaften (Geometrie, Härte, Farbe, Lösungsmittelbeständigkeit, Entflammbarkeit, antibakterielle Wirkung, etc.). Zur erfolgreichen Entwicklung dieses Verfahrens waren Charakterisierung der Werkstoffeigenschaften zum Einsatz kommender Schaumeinzelkomponenten sowie Kenntnis über den Einfluss maßgeblicher Prozessparameter auf die Eigenschaften herzustellender Formteile notwendig. Weitere werkstoffseitige Zielstellungen bei der Schaumherstellung waren homogene Porenverteilung, definierte Schaumdichte und Zellstruktur, minimierte Schwindungseffekte und Abschätzung erreichbarer Werkstoffeigenschaften durch analytische Modellbildung. Prozessseitige Zielstellungen waren neben der grundsätzlichen Werkzeug- und Anlagenentwicklung die Realisierung kurzer Zykluszeiten und geringer Nacharbeit sowie Gewährleistung der Prozessrobustheit, sodass die industrieseitig geforderten Schaumeigenschaften in Abhängigkeit der im Betrieb herrschenden Umgebungsparameter reproduzierbar umgesetzt werden konnten.

Ziel des Verbundprojektes ist die Entwicklung einer spritzgussprozessregelnden In-Line Thermographie (siehe Abbildung 1), die es ermöglicht, eine Korrelation zwischen Temperaturverteilungen der Kavität und daraus resultierenden Gefügestrukturen (Morphologie) im Kunststoffprodukt herzustellen. Die Ausprägungen der Kristallinität und Eigenspannung werden als maßgebliche Faktoren zur Beeinflussung mechanischer Eigenschaften im Endprodukt gesehen. Es wird ein Modell entwickelt, welches die Basis einer Regelung der Abkühlsituation und Ausprägung mechanischer Eigenschaften darstellt.
Die Implementierung einer In-Line Thermographie ermöglicht die Erfassung von Temperaturabweichungen (siehe Abbildung 2) Prozessparameter wie die Zylindertemperatur TZyl der Spritzgießschnecke und die Werkzeugtemperatur TWZ können somit gezielt verändert werden und Einfluss auf das Gefüge nehmen. Resultate sind verringerte Ausschussraten und gesteigerte Produktivität der Produktionslinien. Reklamationen können vermieden werden, da die Qualität der Produkte reproduzierbar ist. Dies ermöglicht signifikante Ressourcen-, Energie- und Zeiteffizienzsteigerungen.
In Zeiten der COVID-19 Pandemie hatte das Tragen von FFP2-Masken eine immense Bedeutung für den Schutz unserer Gesundheit. Diese Masken bieten eine höhere Filtrationseffizienz und tragen dazu bei, die Verbreitung von Krankheitserregern einzudämmen. Die gestiegene Verwendung von solchen Einwegmasken aus schlecht abbaubaren Kunststoffen, führte zu einer gesteigerten Belastung der Mülldeponien.
Das Ziel des InnoMask Projektes ist die Entwicklung einer Prozesskette zur Verarbeitung nachhaltiger Kunststoffe (biobasiert und oder rezykliert) und deren Funktionalisierung mit antibakteriellen und holzfaserfreien Wirkstoffen aus Kiefernkernextrakt. Die neuartigen Produkte zeichnen sich durch viele technische und ökologische Vorteile aus. Der hochwirksame Extrakt kann bereits in kleinen Zugabemengen von drei Prozent signifikant antibakterielle Wirkungen im Kunststoff Polyethylen sicherstellen, der Übertrag in Biokunststoffe und Rezyklate ist ein wesentliches Teilprojektziel. Die Arbeiten zielen darauf die Wirksamkeit im Prozess zu erhalten, zu maximieren, über den Nutzungszeitraum sicherzustellen und gegebenenfalls für Anschlussanwendungen zu prüfen.
Die neuartigen Produkte sind nachhaltiger, ressourcenschonender zu gestalten und für Kreislaufprozesse zu optimieren.
InnoMask ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördertes Projekt mit den Kooperatonspartnern WTA Technologies GmbH, Thorey Gera Textilveredlung GmbH und dem Fachgebiet Nanobiosystemtechnik der TU Ilmenau.
InnoMask: 16PS203102; Das Forschungsprojekt InnoMask 16PS203102 wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Die Projektpartner danken dem BMWK für die finanzielle Unterstützung dieses Forschungsthemas.

Kunststoff verarbeitende Unternehmen sehen sich in Deutschland mit steigenden Energiekosten konfrontiert, die einen zunehmenden Anteil an den Produktionskosten verursachen. Im internationalen Vergleich stellt dies einen Wettbewerbsnachteil dar, der durch energieeffizientere Technologien und verbesserte Produktionslösungen aufgewogen werden muss.
Dabei werden Einsparungen in der Größenordnung von 20-30 % im Vergleich zu konventionellen Antrieben angestrebt. Der Nachweis soll sowohl unter Labor- als auch unter Produktionsbedingungen geführt werden.
Der Prozessschritt mit dem größten Energieverbrauch beim Kunststoffspritzguss ist das Aufschmelzen des granulierten Ausgangsmaterials in einem Plasti-fizieraggregat. Die erforderliche Energie für das Aufschmelzen durch Reibung wird von einem Elektromotor über eine Plastifizierschnecke eingebracht.
Die Realisierung von signifikanten Energieeinsparungen im Spritzgießprozess mittels eines neuartigen elektromotorischen Antriebssystems für das Plastifizieraggregat ist das Ziel des Projektes.
Die Notwendigkeit zur Ressourcenschonung rückt den Energieverbrauch im Betrieb von Maschinen und Anlagen immer stärker in den Vordergrund industrieller Verarbeitungsmaschinen. Dabei will man gleichzeitig die Eigenschaften von Maschinenbauteilen (Dämpfungsverhalten, Beschleunigungswerte) verbessern und weiter gesteigerte Leistungsparameter an Maschinen (reduzierte Zykluszeiten) erreichen.
Leichtbau aus FVK in Kombination mit Aluminiumschaum als Sandwichbauteil
Die Kette dieser Zusammenhänge rückt die Bedeutung des Einsatzes von FVK-Aluminium-Bauteilen in Maschinen- und Anlagenbau in den Fokus der Anstrengungen dieses Projektes.
Der Bau von Notunterkünften in Krisen-, katastrophen- und Entwicklungsgebieten erfordert große Mengen an Baustoffen, die kurzfristig verfügbar sein müssen. Ziel des Projektes ist es, die für eine Bausteinproduktion benötigen Gießformen aus einer Materialkombination von Faserver-bundwerkstoffen herzustellen. Es sollen die Produktivität des Verfahrens erhöht und die Energie-kosten für Transport und Rüttelstationen reduziert werden.
Jährlich werden ca. eine Millionen Menschen durch Naturkatastrophen obdachlos; Entwicklungsländer haben Infrastrukturprogramme zur Schaffung von Wohnraum aufgelegt. Der Bedarf an soliden Notunterkünften ist durch steigende Nachfrage nach geeigneten Produktionsmöglichkeiten für geeignete Baustoffe erkennbar. Gießformen werden dazu mit einem Gemisch aus Sand und Harz befüllt. Bisher bestehen diese Gießformen aus einer geschweißten Stahlbaugruppe mit vollwandigem Kern und Deckel aus Kunststoff.
Im Projekt wird eine modulare Gießform unter Verwendung von faserverstärkten Kunststoffen und Aluminiumschaum entwickelt. Das Gewicht kann so deutlich reduziert werden.
Des Weiteren können solche Bauteile mit geringem Aufwand in Serie gefertigt werden. Darüber hinaus ermöglicht der gezielte Einsatz von Verstärkungsfasern die Herstellung von flexiblen Kernen. Diese Kerne geben um das Schwindungsmaß nach, wodurch Risse beim Aushärten vermieden werden. Strukturierte Oberflächen erlauben eine einfache und trennmittelfreie Entformung. Die Gießform soll modular ausgeführt werden, um fünf unterschiedliche Steintypen in einer Form herzustellen.
Das Projekt wird gemeinsam mit Polycare GmbH durchgeführt.
Das Fachgebiet Kunststofftechnik der TU Ilmenau (KTI) startet in Zusammenarbeit mit den Partnern Steinbeis Qualitätsicherung und Bildverarbeitung GmbH (SQB), Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH (IMMS), eitech Werkzeugbau GmbH (eitech) sowie Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH (KHW) das Verbundprojekt ProQuaOpt, welches untersucht, ob die Produktivität und Qualität von Kunststoff-Spritzgießprozessen durch den Einsatz maschineller Lernverfahren in Verbindung mit Informationen unterschiedlicher Sensoren gesteigert werden.
Beim Herstellungsprozess von Kunststoffbauteilen liegt der Anteil von Ausschussteilen nach Herstellerangaben bei ca. 5 %. Dies entspricht für die deutsche Kunststoffindustrie ca. 750kt Kunststoff, welcher der Verwertung zugeführt werden muss. Gängige Lösungen zur Ausschussvermeidung ist die Überwachung der Ist-Werte der Spritzgießmaschine, so dass bei einer definierten Abweichung vom Soll-Wert ein Eingreifen vom Maschinenbediener nötig ist [1]. Hierbei kann das System nur auf Fehler reagieren, die im vordefinierten Parameterbereich auftreten, selbst wenn Nicht-in-Ordnung(NiO)-Teile schon vor dem Schwellenwert festgestellt werden.
Der zu entwickelnde Produkt-Prozess-Qualitätsregelkreis (PPQRK), wie in Abbildung 1 dargestellt, überwacht nicht die Ist-Werte der Maschine, sondern über Sensortechnik die Qualitätsmerkmale der Formteile. Hierbei werden KI-Methoden, wie maschinelles Lernen [2], eingesetzt, um ein lernendes spektrales Bildverarbeitungsverfahren für die Qualitätsprüfung in Kombination mit weiterer Sensorik (z.B. IR-Kamera, Wägezelle, Temperatursensor) zu entwickeln. Die Korrelation verschiedener Sensordaten ermöglicht eine präzisere Fehlerdiagnose, so dass im nächsten Prozessschritt ein KI-basiertes selbstlernendes Assistenzsystem geeignete Prozessparameter variiert, um die Qualität der Formteile wiederherzustellen und einen optimalen Betriebspunkt für den Prozess zu finden, um Zykluszeit und Energieeinsatz zu minimieren [3].
Zum Anlernen des KI-Algorithmus werden fehlerhafte Formteile wie in Abbildung 2 maschinell erzeugt. Zusätzlich soll im Projekt ein Verfahren entwickelt werden, welches mit einem CAD-Modell des Spritzgießformteil synthetische Daten von Oberflächenfehlern generieren kann, was den Versuchsaufwand der maschinell hergestellten Fehlteile reduziert.
Der zu entwickelnde KI-gestützte PPQRK ist nicht an bestimmte Hersteller von Spritzgießmaschinen gebunden und soll nachrüstbar sein.
Das Forschungsprojekt ProQuaOpt 01IS22019 wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Projektpartner danken dem BMBF für die finanzielle Unterstützung dieses Forschungsthemas.
ProQuaOpt: 01IS22019; Das Forschungsprojekt ProQuaOpt 01IS22019 wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Projektpartner danken dem BMBF für die finanzielle Unterstützung dieses Forschungsthemas.



Ausführliche Informationen finden Sie auf der Projektwebseite:

Das Ziel des Vorhabens ist, ein technisches Assistenzsystem zu entwickeln, dass die Robustheit des Prozesses gegenüber äußeren Störeinflüssen steigert und gleichzeitig Ausschuss verringert. Kern des Vorhabens ist die Kombination und Integration von Lichtbildkamerasystem, Thermographie und Wägezelle, sodass die Auswertung der Daten dieser Systeme die Rekonstruktion der Ursache eines Fehlers präzisiert. Zum Beispiel können Abweichungen des Formteilgewichts, die über die Wägezelle detektiert werden, durch die bildgebenen Sensoren weiter eingeordnet werden. Hierdurch kann das Assistenzsystem dem Maschinenbediener Handlungsempfehlungen vorschlagen, um den Fehler zu beheben. Das neue System soll in der Lage sein, die relevanten Qualitätsmerkmale beim Kunststoffspritzgießen bei 100 % der produzierten Teile zu erfassen sowie die Robustheit des Prozesses durch die kontinuierliche Qualitätsprüfung und frühzeitige Erkennung von äußeren Störgrößen zu steigern.
Gleichzeitig leistet das Projekt einen Beitrag zur grünen und digitalen Erholung der Wirtschaft, in dem durch die Ergebnisse erhebliche Einsparungen von Energie, Ressourcen und Arbeitszeit erzielt werden. Hierbei werden vor allem die Kosten für Ausschussprodukte und Nacharbeit durch eine stabile Qualität reduziert.
Das Assistenzsystem ist nicht an bestimmte Hersteller von Spritzgießmaschinen gebunden und somit für viele Firmen der Kunststoffverarbeitung und des Werkzeugbaus von Interesse.
Das Projekt zielt auf die Steigerung der Produktivität und Qualität bei der Herstellung von urgeformten thermoplastischen Kunststoffformteilen und -halbzeugen. Die Innovation des Vorhabens besteht in der Nutzung der Rheofluidisierung, durch die eine Senkung der Schmelzeviskosität von Kunststoffen erreicht werden kann, ohne den Kunststoff zu schädigen. Mit geringerer Viskosität lassen sich Formteile besser ausformen und Extrudate mit höherer Abmessungsgenauigkeit jeweils in einem stabileren Prozessfenster herstellen. Auf diese Weise können völlig neuartige Innovationspotentiale entstehen, die bestehende Produktionsprozesse signifikant vereinfachen und die Ausbringung auf hohem Qualitätsniveau steigern können.
Diese Verbesserungen ermöglichen eine allgemeingültige Erhöhung der Produktivität bei Spritzgieß- und Extrusionsverfahren. Es werden neue Freiheitsgrade in der Form- und Werkzeuggestaltung bereitgestellt, die Herstellprozesse stabilisieren oder ermöglichen können. Darüber hinaus erschließen sich neue Materialkombinationen bei Mehrkomponentenverfahren, insbesondere bei der Extrusion.
Faserverbunde zeichnen sich durch ihre hohe Steifigkeit und Festigkeit bei geringer Dichte aus. Als Herstellungsverfahren wird dabei häufig das Resin Transfer Molding (RTM) verwendet, das sich für mittelgroße bis große Serien eignet. Durch die Verwendung zweier Werkzeughälften entstehen Formteile mit hoher Oberflächengüte, die nur geringe Nacharbeiten erfordern.
Der Prozess beginnt mit dem Einlegen eines Vorformlings (Preform) aus Endlosfasern. Das Werkzeug wird geschlossen und Harz wird mit vorher definierten Parametern injiziert.
Die Vorgänge im Werkzeug werden dabei bisher nicht erfasst. Ziel des Projekts ist es mittels geeigneter Sensoren den Injektionsprozess zu überwachen und Schwankungen des Materials sowie der Umgebungsbedingungen automatisch auszugleichen. Das Fließverhalten des Harzes wird analysiert und die Injektionsparameter entsprechend angepasst ohne ein erforderliches Eingreifen des Benutzers. So kann eine gleichbleibend hohe Produktqualität bei gleichzeitigem Einhalten von kurzen Zykluszeiten erreicht werden. Die Wirtschaftlichkeit des Prozesses wird erhöht durch die Vermeidung von Fehlstellen und Ausschussteilen.

Patientenliegen für den Einsatz in der Computertomographie, sind Leichtbauteile mit höchsten Anforderungen an deren Materialqualität. Da sie gleichzeitig leicht und extrem stabil sein müssen, werden sie überwiegend aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff hergestellt. Nach aktuellem Stand der Technik werden derartige Patientenliegen im Resin Transfer Molding (RTM) Prozess produziert. Der konventionelle Prozess führt zu unvermeidbaren, mikroskopisch kleinen Lufteinschlüssen im Faserverbundmaterial der Liegen, die vermieden werden sollen.
Mit fortschreitender Entwicklung von Computertomographen wird deren verbesserte Auflösung zukünftig dazu führen, dass selbst kleinste Lufteinschlüsse in der Diagnose als störend wahrgenommen werden und Artefakte in den Ergebnissen erzeugen. Ziel des Kooperationsprojektes „SenPro“ ist es sämtliche Lufteinschlüsse während der Herstellung zu vermeiden, indem das Fließverhalten des Harzes angepasst wird. In Zusammenarbeit des Fachgebietes Kunststofftechnik der TU Ilmenau und der Schmuhl Faserverbundtechnik GmbH & Co. KG wird eine Sensorik entwickelt die Fließvorgänge des Harzes in RTM-Formwerkzeugen überwacht und die Informationen an die Anlagentechnik sendet.
Aktuelle Untersuchungen zu mikromechanischen Ursachen von Lufteinschlüssen werden genutzt um Prozessparameter automatisiert so einzustellen, das entweder die Entstehung dieser Einschlüsse verhindert oder die Form unvermeidbarer Poren für die Bildauswertung unproblematisch gestaltet wird. Zusätzliche Filtersysteme werden für den Einsatz im Harzinjektionsverfahren angepasst, sodass auch Verunreinigungen durch Fremdpartikel ausgeschlossen werden können. So entstehen im Thüringer Unternehmen qualitativ hervorragende Patientenliegen bei gleichzeitiger Minimierung der Nachbearbeitungsquote.
Ziel dieses Teilvorhabens ist die technisch-wirtschaftliche Bewertung von thermoplastischen Materialien und ihrer Verarbeitungsverfahren zur Herstellung von dielektrischen Elastomeraktoren (DEA). Diese Erkenntnisse werden im Gesamtverbund zusammengeführt, um das Potenzial unterschiedlicher DEA-Herstellungsmöglichkeiten miteinander vergleichen zu können und weitere Vorgehensweisen im smart³-Konsortium zu fokussieren.
DEA sind bislang vor allem in Forschungseinrichtungen hergestellt und charakterisiert worden. Die dabei verwendeten Herstellungsverfahren und Werkstoffe wurden in der Regel nicht unter dem Gesichtspunkt einer Massenfertigung ausgewählt oder betrachtet. Eine Skalierung der Herstellungsbedingungen aus diesen Laborversuchen ist nicht ohne weiteres möglich.
Ansatzpunkt dieses Teilvorhabens ist es, bekannte Kunststoffverarbeitungsverfahren, die eine ausgezeichnete Skalierbarkeit aufweisen, für die DEA-Fertigung zu adaptieren. Das Coextrusionsverfahren bietet die wesentlichen Voraussetzungen zur Herstellung von Mehrschichtaktoren. Zu seiner Verwendung sind thermoplastische Werkstoffe ideal, deren Kriechverhalten für die späteren Aktoren nachteilig ist. Eine Strahlenvernetzung kann als nachfolgender Prozessschritt zu volumetrischer Kompensation eingesetzt werden. Damit wird der Thermoplast in den Zustand eines Elastomers überführt. Wesentliches Arbeitsziel ist es die Anwendbarkeit dieser Verarbeitungskette zu untersuchen und in Stichversuchen nachzuweisen. Eine positive Bewertung der Machbarkeit bietet die Nutzung eines wirtschaftlich günstigen Herstellungsweges für DEA, der in seiner Anlagentechnik für andere Anwendungen bereits etabliert ist.
Ziel dieses Vorhabens ist die Material- und Verarbeitungsprozessauswahl für die Herstellung von Präzisionsmotorbauteilen für geschaltete Reluktanzmotoren.
Die einzigartigen, gezielt einstellbaren Eigenschaften von Kunststoffverbundbauteilen sollen genutzt werden, um den Ansprüchen an Leichtbau, Präzision, elektromagnetischen und thermischen Eigenschaften im Anwendungsfeld von bedarfsgesteuerten Nebenaggergaten mobiler Maschinen gerecht zu werden. Hierzu werden die bekannte Materialien und Fertigungsverfahren geeignet ausgewählt und wo nötig angepasst.
Mit einfachen Werkzeugen wird zunächst die Eignung der gewählten Materialien und Prozesse nachgewiesen, um in einem weiteren Schritt Werkzeuge für die Herstellung von Demonstratorkomponenten zu konzipieren und zu bauen um schließlich Demonstratorkomponenten abzumustern. Material- und Bauteilprüfung verifizieren die Einhaltung der Spezifikationen.
Im vorliegenden Projekt soll die Herstellung von Gartenmöbeln mit Anmutung von Teakholz mit Hilfe eines Schaums aus Wood Plastic Composite im Spritzgießverfahren untersucht werden.
Im Zusammenspiel der Projektpartner soll es ermöglicht werden, einfache Gartenmöbel aus einem holzfaserverstärkten Kunststoff so herzustellen, dass diese eine optische Anmutung von Teakholz aufweisen. Dazu werden Schlierenbatches verwendet. Zur Kompensation des zu erwartenden Viskositätsanstiegs durch das Einbringen der Holzfasern sowie der Reduktion des Bauteilgewichts soll zudem ein Schäumverfahren eingesetzt werden. Die Verwendung von Abfallholz und recyclingfähigem Kunststoff wirkt sich positiv auf die Ökobilanz des Bauteils sowie des Prozesses aus.
Die Lebensdauer der Bauteile soll durch mechanische Tests und eine Überprüfung der UV-Stabilität abgeschätzt werden.
Somit wird sichergestellt , dass Teakholzmöbel in einem kostengünstigen Massenfertigungsverfahren ohne den Einsatz von Tropenholz sowie ohne Verschnitt hergestellt werden können.

Endlosfaserverstärkte Thermoplaste, auch Organobleche genannt, vereinen die Vorteile der Umformbarkeit und der Rezyklierbarkeit thermoplastischer Kunststoffe mit den hervorragenden mechanischen Eigenschaften faserverstärkter Verbundwerkstoffe. Organobleche sind daher prädestiniert für die Substitution von Metallen und für die Fertigung funktionalisierter Bauteile im Spritzgussprozess.
Der konventionelle Herstellungsprozess von Organoblechen ist mit hohen Energiekosten verbunden, da aus dem Kunststoffgranulat zunächst Halbzeuge hergestellt werden. Ziel des Verbundprojektes „VerDiOr“ ist die Entwicklung eines energiesparenden Verfahrens zur Herstellung einlagiger Organobleche, bei dem der Kunststoff direkt in Granulatform verarbeitet werden kann. In Kooperation mit der Folienwerk Wolfen GmbH wird ein „Direktextrusionsverfahren“ weiterentwickelt und beim industriellen Projektpartner ein Prototyp im Produktionsmaßstab umgesetzt, der eine Herstellung von Organoblechen mit einer Breite von einem Meter unter seriennahen Bedingungen ermöglicht.
Vor der Realisierung des Prototyps werden an der Labormaschine des Fachgebiets Kunststofftechnik die zentralen Verarbeitungspunkte analysiert. Das Know-How beider Partner wird für die Entwicklung der Prototypenanlage kombiniert und die Erfahrungen und Simulationsergebnisse in ein Skalierungsmodell überführt. Ziel ist die Fertigung makelloser Organobleche mit maximalen Faservolumengehalte und hohen Durchsätzen im Produktionsmaßstab.
Durch Entwicklungen zur Direktimprägnierung von langfaserverstärkten Organoblechen wurde in den letzten Jahren an der TU Ilmenau bereits umfangreiches Know-how aufgebaut, welches vorwiegend in der Automobil- und Zulieferindustrie angewendet werden kann. Dabei konzentrierten sich die Arbeiten bisher meist auf gewebeverstärkte Verbundhalbzeuge. In Zukunft werden thermoplastische Tapes eine sehr große Rolle in der Industrie spielen, da mit den gerichteten Verbundmaterialien lastgerecht verstärkte Bauteile hergestellt werden können. Aus diesem Grund wurden mittels des Innovationsgutscheins 2021 IVN 0108 weitere Entwicklungen auf diesem Gebiet vorbereitet und Forschungskooperationen mit klein- und mittelständischen Industriepartnern angebahnt. Dazu wurden gezielte Vorarbeiten zur Planung und Vorbereitung weiterer Forschungsvorhaben – insbesondere im Technologietransferprogramm Leichtbau des Bundes – geplant, die auch dem Ausbau der Kernkompetenz Kunststofftechnik und Leichtbau an der TU Ilmenau dienen.
Der Wartungszustand einer Spritzgießmaschine hat einen erheblichen Einfluss auf die Prozessstabilität des Fertigungsprozesses und damit auf die Qualität der hergestellten Formteile.
Das Projekt verfolgt die Zielsetzung, durch Sensorik und Überwachung von Maschinenfunktionen und Prozessvariablen den Verschleißzustand an Spritzgießmaschinen derart aufzunehmen, dass vorbeugende Wartungsmaßnahmen geplant und terminiert werden können.
Üblicherweise wird die Wartung ohne eine Berücksichtigung der tatsächlichen Beanspruchung zu festen Zeiten und unabhängig von Formteilen empfohlen. Durch eine der tatsächlichen Beanspruchung angepasste Wartung ergibt sich einerseits eine verbesserte Prozessführung mit besserer Formteilqualität und andererseits die Möglichkeit zur sachgerechten Durchführung vorbeugender Wartung an Spritzgießmaschinen, so dass Maschinenverfügbarkeit und Ausbringung erhöht werden.
Das Projekt ist Teil des Wachstumskern Leantec. Ziel des Projekts am Fachgebiet Kunststofftechnik ist Konzeption, Bau, Integration und Erprobung eines Extruders mit einem LEANTEC-Direktantrieb.
Durch den LeanTec- Motor soll ein Direktantrieb der Schnecke ohne Kraftübersetzungssystem (Getriebe, Riemenübersetzung oder dgl.) bei hoher Energieausbeute und Leistungsdichte, sowie konstanten Betriebsparametern ermöglicht werden. Es soll der Nachweis geführt werden, dass durch den Direktantrieb ein höherer Wirkungsgrad bei einfacherer und kostenreduzierter Anbindung der Plastifizierschnecke an das Antriebssystem mit geringerer Störanfälligkeit im Vergleich zu konventionellen Antriebssystemen für Extruder technisch in einer Produktionsumgebung möglich sind und alle erforderlichen Leistungsparameter erreicht werden können.
Für verschiedene Kunststoffe, unterschiedliche Maschinenkonfigurationen (Schnecke/ Zylinder/ Werkzeuge) soll für industriell übliche Betriebspunkte die erforderliche Prozesssicherheit nachgewiesen werden. Dabei werden die Kennwerte für Anfahr-verhalten, Drehmoment-/ Drehzahlkennlinie, Leistungsaufnahme, Durchsatz- und Drehmomentkonstanz bei unterschiedlichen Gegendrücken und Gegendruckschwankungen, Temperatur- und Schmelzehomogenität als Referenzgrößen für die Eignung des LEANTEC Antriebssystems herangezogen und mit Werten aus einem industrieüblichen Antriebssystem verglichen.
Der Wüstenschlitten dient als Transportmittel und zur Steigerung des Freizeitangebotes in Wüstenregionen.
Im Rahmen des Projektes wurden abrasionsarme Kunststoffoberflächen mit reiboptimierten Eigenschaften entwickelt und zum Einsatz auf Sand gebracht. Zur Realisierung dieser Aufgabe setzten wir auf die besonderen werkstofflichen und gestaltungstechnischen Vorzüge der Kunststoffe, indem wir komplexe Geometrien einmalig herstellen und auf effiziente Art häufig abformen können.
Zudem bietet der Kunststoff die Möglichkeit Additive zu binden, die den Reibkoeffizienten sowie die Abrasion weiter senken. Für weitere Verbesserungen der Oberflächenstruktur nutzten wir die Instrumente der Bionik und analysierten die Lösungen der Flora und Fauna der Wüsteneinzugsgebiete. Das Ziel des Projektes war es, einen Prototyp zu entwickeln, der alle gewünschten Eigenschaften erfüllt und durch Messsensoren der PCE Deutschland GmbH getestet wurde. Für die Realisierung einer 30 m langen Teststrecke möchten wir uns besonders bei dem Bauunternehmen Franz Hofmann Bau aus Sonnefeld bedanken. Das Ziel des Projektes, einen Prototyp zu entwickeln, der geringe Reib- und Abrasionswerte sicherstellt und in der Wüste intensiv getestet werden kann, wurde erreicht.






