
Prof. Dr. Jens Wolling
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Wie entwickeln sich verschiedene mediale Erfahrungen (Angst, Unsicherheit, Verdrossenheit und Vertrauen) und mentale Belastung im Verlauf einer Gesundheitskrise?
Mit dieser Frage hat sich unsere Kollegin Sophia Schaller des Fachgebiets EMPK in ihrer neuen Publikation beschäftigt, die heute in Frontiers in Communication (Section Health Communication) erschienen ist.
Die Ergebnisse zeigen: Menschen erleben Gesundheitskrisenberichterstattung sehr unterschiedlich und auch ihre mentale Belastung variiert deutlich.
Auf Basis einer dreiwelligen Panelstudie während der COVID-19-Pandemie wurden sechs unterschiedliche Verlaufsgruppen identifiziert. Diese reichten von resilienten Gruppen mit stabil niedriger mentaler Belastung über Personen mit vorübergehenden Belastungen bis hin zu Gruppen mit anhaltend erhöhten depressiven Symptomen. Die Gruppen unterschieden sich zugleich deutlich darin, wie sie die Berichterstattung über die Pandemie erlebten. Die beiden am stärksten mental belastenden Personengruppen wiesen folgende Muster medialer Erfahrungen auf:
🔹 hohe und schwankende Verdrossenheit, Unsicherheit und Angst
🔹 dauerhaft hohes Vertrauen in die Berichterstattung bei gleichzeitig hoher Angst
Vor allem Frauen, Personen mit geringerer psychologischer Resilienz und Menschen, die stärker unter den sozialen Folgen der Pandemie litten, gehörten häufiger zu diesen Gruppen. Jüngere Erwachsene waren zudem häufiger in der Gruppe mit gleichzeitig hohem Vertrauen und hoher Angst.
Die Ergebnisse unterstreichen die Relevanz zielgruppenspezifischer Resilienz-Programme, die medienbezogene Module zum Umgang mit (Gesundheits)Kriseninformationen enthalten.
Der Link zur Studie: https://www.frontiersin.org/journals/communication/articles/10.3389/fcomm.2026.1848549/full
Wir gratulieren unserer Kollegin zur Publikation!
FG EMPK