Forschung zu Nachhaltigkeits- und Umweltkommunikation

In einem konzeptionellen Beitrag schlugen Hoppe und Wolling (2017) die Nachhaltigkeitskommunikation als analytischen Rahmen für die Umweltkommunikationsforschung vor. Innerhalb dieses Rahmens werden verschiedene Beobachtungs- und Kommunikationsebenen unterschieden, die es ermöglichen, das Forschungsfeld zu strukturieren und ein Kategoriensystem zu entwickeln, das für die systematische Analyse der Forschung zur Umweltkommunikation genutzt werden kann.

Darüber hinaus werden folgende Fragen behandelt:

  1. Welche Ereignisse und Nachrichtenfaktoren beeinflussen den Erfolg von Umweltkampagnen und Umweltorganisationen bei der Erlangung von Medienaufmerksamkeit?
  2. Unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln kann die Kommunikation bzw. Berichterstattung über Umweltprobleme und/oder Umweltschutz das Wissen, die Einstellungen und das Handeln der Bürger beeinflussen? Sind Vorbilder wirksam?
  3. Wie lassen sich die Unterschiede in der Medienberichterstattung über grenzüberschreitende Umweltkatastrophen erklären? Spielen strukturelle Bedingungen der betroffenen Länder eine Rolle?
  4. Wie nutzen Menschen die Medien vor, während und nach Umweltkrisen und wie lässt sich dieses Verhalten erklären?
  5. Um der Kritik zu begegnen, dass Umweltschutz auf Kosten sozial Benachteiligter gehe, fragen wir: Wie verknüpfen die Medien das Thema soziale Gerechtigkeit (Armut vs. Reichtum) mit den ökologischen Dimensionen der Nachhaltigkeitsziele?

Dr. Mira Rochyadi-Reetz

KLIMA-Netzwerk für mehr Nachhaltigkeit in Thüringen (KLIMA-N)

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Fachhochschule Erfurt, der Universität Erfurt und der Fachhochschule Nordhausen arbeitet das EMPK an einem gemeinsamen Projekt, das darauf abzielt, die Nachhaltigkeit an den vier beteiligten Hochschulen zu verbessern. Das Projekt wird bis Ende 2025 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

Motivation: Warum Hochschulen?

Der fortschreitende Klimawandel und der Verlust der Artenvielfalt gehören zu den drängendsten globalen Krisen, mit denen wir derzeit konfrontiert sind. Als Zentren der Bildung und Forschung tragen Universitäten und andere Hochschuleinrichtungen dazu bei, solche komplexen Probleme anzugehen und zu lösen. Sie bilden zukünftige Generationen von Entscheidungsträgern und Wissenschaftlern aus, die neue innovative Technologien für nachhaltige Energieressourcen, Materialien und Produktionsprozesse entwickeln und Vorschläge unterbreiten, wie soziotechnische Veränderungen umgesetzt werden können.

Aufgaben und Ziele des Projekts

Im Rahmen des KLIMA-N-Projekts führt das EMPK vier Aufgaben durch: Erstens haben wir Akteure an der Universität identifiziert, die sich bereits für Nachhaltigkeit engagieren, z. B. in Lehre, Forschung, Campusmanagement und studentischen Initiativen, und haben Kontakt zu ihnen aufgenommen. Zweitens entwickeln wir Kommunikationsstrategien, die das Bewusstsein, das Wissen und die aktive Unterstützung für einen nachhaltigen Wandel der Universität stärken können. Drittens schaffen wir Beteiligungsmöglichkeiten, um alle Mitglieder der Universität zu motivieren, sich an Aktivitäten für eine nachhaltigere Universität zu beteiligen. Daher engagieren wir uns als Kommunikatoren und aktive Teilnehmer am Transformationsprozess. Gleichzeitig werten wir die Ergebnisse unserer Aktivitäten aus. Als Ergebnis dieser transformativen Forschung werden wir ein Modell entwickeln, das relevante Faktoren für eine erfolgreiche Nachhaltigkeitskommunikation zusammenfasst, die den Transformationsprozess unterstützen. Viertens werden wir die Ergebnisse mit unseren Partneruniversitäten und lokalen Partnern teilen, die ihre Kommunikationsaktivitäten auf unseren Erkenntnissen aufbauen können.

Neben der Forschung zur Rolle der Kommunikation im Transformationsprozess hin zu mehr Nachhaltigkeit an der Universität wird in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Stephan Husung von der Arbeitsgruppe Produkt- und Systementwicklung an der TU Ilmenau ein interdisziplinäres Pilotprojekt zur Verbesserung der Mülltrennung auf dem Campus durchgeführt.
 

Für weitere Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Jens Wolling oder Mira Rochyadi-Reetz