Masterarbeiten

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Entwicklung und Integration adaptiver Last- und Einspeisemodelle als Grundlage Digitaler Zwilling in Verteilnetzen. - Ilmenau. - 75 Seiten
Technische Universität Ilmenau, Masterarbeit 2024

Die zunehmende Integration erneuerbarer Energien und steigende Elektrifizierung im Mobilitäts- und Wärmesektor führen zu wachsenden regulatorischen Herausforderungen beim Betrieb elektrischer Netze. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Installation von Monitoringsystemen zur Erfassung des Netzzustandes. Dabei spielt die Modellierung von Lasten und Erzeugern eine besondere Rolle, da diese einen starken Einfluss auf das statische und dynamische Verhalten der Netze haben und sich zudem durch ihren stochastischen und zeitvarianten Charakter auszeichnen. In dieser Arbeit wurde der digitale Zwilling eines Netzknotens zur adaptiven Parameterschätzung eines dynamischen exponentiellen Lastmodells entwickelt. Als identifizierende Komponente wurde ein beschränkter Joint Square-Root Unscented Kalman Filter mit einer nach-gelagerten eventbasierten Validierungsstruktur zur Schätzung und Kontrolle der Modellparameter implementiert. Der entwickelte Knotenzwilling wurde weiterführend zur Darstellung von Netzknoten in dem vernetzten Digitalen Zwilling eines repräsentativen Mittelspannungsnetz genutzt. Ziel der Arbeit war die Untersuchung der Eigenschaften von Kalman Filter Algorithmen zur Echtzeit-Parameterschätzung von aggregierten Knotenmodellen und die Ermittlung der erreichbaren statischen und dynamischen Genauigkeiten im störungsfreien Normalbetrieb. Hierzu wurden simulative Falluntersuchungen hinsichtlich des adaptiven Verhaltens des entwickelten Knotenzwillings in Abhängigkeit der Ereignishäufigkeiten, Abtastraten und Auftreten interner Ereignisse der Knotenmodelle durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, dass Kalman Filter Algorithmen bei einer hinreichenden Ereignishäufigkeit in den Messdaten gute adaptive Eigenschaften zur Parameterbestimmung aufweisen und hinreichende statische und dynamische Genauigkeiten erzielt werden können. Dabei besitzt Kalman Filter jedoch eine hohe Empfindlichkeiten gegenüber interner Ereignisse, was durch die im Normalbetrieb nur kleine auftretenden Spannungsänderungen begünstigt wird und in Abschnitten mit häufig auftretenden internen Ereignissen zu fehlerhaften Parametern führen kann.



Sheybani, Shahriar;
Benchmarking des Stromnetzbetriebs mit Winkel-basierter Regelung gegenüber der frequenzbasierten Regelung. - Ilmenau. - 138 Seiten
Technische Universität Ilmenau, Masterarbeit 2024

Diese Masterarbeit untersuchte den Vergleich zwischen der Leistungsfrequenzregelung mit Synchrongeneratoren und der Winkelregelung mit Umrichter. Durch die Analyse verschiedener Indikatoren wurde festgestellt, dass die Winkelregelung eine überlegene Stabilität im Vergleich zur aktuellen Leistungsfrequenzregelung aufweist. Die Indikatoren umfassten Aspekte wie Effizienz, Reaktionszeit, Robustheit gegenüber Störungen und Fähigkeit zur Spannungs- und Frequenzregelung. Die Winkelregelung erwies sich als effizienter Mechanismus zum Ersatz im Netz. Sie bietet eine schnellere Reaktion auf Laständerungen und externe Störungen, was zu einer stabileren Netzfrequenz und Spannung führt. Darüber hinaus bietet sie Flexibilität bei der Integration erneuerbarer Energiequellen und ermöglicht eine präzise Regelung der Leistung unter verschiedenen Betriebsbedingungen. Ein großer Vorteil des vorgestellten Winkelregelungskonzepts ist, dass die Frequenz nicht durch das Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Last verändert wird. Dies ist besonders wichtig in einem zunehmend komplexen Stromnetz, in dem die Frequenzstabilität ein entscheidender Faktor für die Zuverlässigkeit der Energieversorgung ist. Im Gegensatz dazu stellt die Leistungsfrequenzregelung eine Herausforderung dar, da sie oft eine ständige Überwachung und Anpassung erfordert, um eine stabile Frequenz aufrechtzuerhalten. Des Weiteren zeigen Stabilitätsindikatoren, dass die Winkelregelung tendenziell zu stabileren Betriebsergebnissen führt. Dies ist von großer Bedeutung für die Netzstabilität, insbesondere in Regionen mit starken Netzschwankungen oder unvorhersehbaren Belastungen. Die Fähigkeit, diese Stabilität zu gewährleisten, trägt zur Reduzierung von Ausfällen und Betriebsunterbrechungen bei und erhöht somit die Gesamteffizienz des Stromnetzes. Ein weiterer Aspekt, der für die Winkelregelung spricht, ist ihr potenzieller ökonomischer Nutzen. Durch die effiziente Steuerung der Phasenwinkel können Engpässe im Netz vermieden und die Auslastung von Leitungen und Transformatoren optimiert werden. Dies kann dazu beitragen, die Gesamtbetriebskosten des Stromnetzes zu senken und die Wirtschaftlichkeit der Energieübertragung zu verbessern. Allerdings ist anzumerken, dass die Winkelregelung nicht ohne ihre eigenen Herausforderungen ist. Insbesondere im Falle eines Leitungsausfalls kann es zu einer unerwarteten Überlastung von Umrichtern kommen, was zu einer zusätzlichen Belastung für das Netz und potenziell zu Betriebsstörungen führen kann. Dies erfordert eine sorgfältige Planung und Strategien zur Bewältigung solcher Szenarien, um die Zuverlässigkeit des Systems sicherzustellen. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass die Vorteile der Winkelregelung im Vergleich zur Leistungsfrequenzregelung überwiegen. Ihre Fähigkeit, die Systemstabilität zu verbessern, potenzielle Kosteneinsparungen zu realisieren und die Gesamteffizienz des Stromnetzes zu erhöhen, macht sie zu einer vielversprechenden Option für zukünftige Stromnetzinfrastrukturen. In Anbetracht des zunehmenden Bedarfs an flexiblerer und zuverlässigerer Stromerzeugung ist die Winkelregelung eine vielversprechende Technologie für zukünftige Energiesysteme. Die Ergebnisse dieser Arbeit haben wichtige Implikationen für die Stromerzeugungsindustrie und könnten zur Entwicklung fortschrittlicherer Regelungssysteme für zukünftige Stromnetze beitragen.



Wolf, Carla;
Load frequency control 2.0 – frequency containment reserve in a system with low inertia. - Ilmenau. - 78 Seiten
Technische Universität Ilmenau, Masterarbeit 2024

Die beträchtliche Integration erneuerbarer Energien in das elektrische Energiesystem in Folge der Energiewende in den letzten und kommenden Jahren bedingt Anpassungsbedarf altbewährter Betriebsstrategien. Die neuen Komponenten werden in der Regel asynchron über Umrichtertechnik ans Netz angeschlossen, was eine signifikanten Reduktion der Systemträgheit (Inertia) bedingt. Hierdurch reagiert das Stromnetz sensibler auf Leistungsungleichgewichte, die Frequenz wird volatiler. Entsprechend müssen auch die Regelungsstrategien zur Wahrung der Frequenzstabilität hinsichtlich ihrer Eignung für die neuen Betriebsbedingungen hinterfragt und gegebenenfalls weiterentwickelt werden. Die Frequency Containment Reserve (auch Primärregelung) wie sie heute umgesetzt ist, wurde vor Jahrzehnten für ein synchrongenerator-dominiertes System konzipiert, in dem auch ebenjene großen Maschinen die Primärregelung erbringen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Aktivierungszeitkonstanten auch einem System mit geringer Inertia gewachsen sind. Diese Arbeit widmet sich diesem Thema und stellt ein simples und dennoch wirksames Konzept vor, wie die Primärregelung durch Ergänzung eines Regelungsmechanismus mit verkürzter Aktivierungszeit das Frequenzverhalten in Situationen geringer Inertia signifikant verbessern kann. Als weiterer Baustein wird ein Regler vorgestellt, der sich ähnlich zur Momentanreserve der Synchrongeneratoren verhält und somit eine höhere Inertia emuliert. Abschließend wird ein Ansatz vorgestellt wie eine vorschaubasierte Leistungsdimensionierung zwischen den Instanzen erfolgen kann, wobei regionale Gegebenheiten Berücksichtigung finden. Ein Ziel hierbei ist auch den Gesamtbedarf an vorzuhaltender Regelleistung nicht zu erhöhen. Alle Ergebnisse werden mittels Simulation und numerischer Verfahren validiert.



Ling, Xiao;
Auswirkungen der PV-Einspeisung auf die Spannungsharmonischen. - Ilmenau. - 88 Seiten
Technische Universität Ilmenau, Masterarbeit 2023

Die Stromerzeugung durch Photovoltaik (PV) spielt eine wichtige Rolle im Bereich der sauberen und erneuerbaren Energien. Die Erfassung von PV-Leistungsdaten erfordert jedoch in der Regel, dass das Personal vor Ort die Daten erfasst und diese dann an die Datenanalysten weiterleitet. Oberschwingungsdaten hingegen sind einfacher zu erfassen und Datenanalysten können über TCP/IP-Kommunikation direkt auf diese Daten zugreifen. Daher kann die Erfassung der PV-Leistung über Oberschwingungsdaten die Erfassung effizienter und bequemer machen. Bei der Analyse der PV-Anlage der Stromerzeugung wird festgestellt, dass die Schwankungen der PV-Leistung hauptsächlich die 5. und 7. Da diese Oberschwingungsdaten eine offensichtliche Korrelation mit der PV-Leistung aufweisen und die Daten zeitkontinuierlich sind, haben wir den Pearson-Korrelationskoeffizienten für eine detaillierte Analyse verwendet. Anhand der tatsächlich gemessenen Daten konnten wir feststellen, dass es signifikante und starke Korrelationen zwischen der 5. und 7. Oberschwingungen und der PV-Leistung gibt. Basierend auf diesen Oberschwingungsdaten haben wir künstliche neuronale Netzwerkmodelle, d.h. BPNN und LSTM, verwendet, um die PV-Leistung vorherzusagen. Mit begrenzten Trainingsdaten haben wir das Vorhersagemodell erfolgreich erstellt und einen hohen Bestimmtheitsmaß-Koeffizienten mit kurzfristigen Testdaten erreicht.



Hosseini, Ilia;
Netzimpedanzermittlung in Echtzeitsimulationsumgebungen zur Analyse und Bewertung des Netzzustandes. - Ilmenau. - 99 Seiten
Technische Universität Ilmenau, Masterarbeit 2023

Der fortschreitende Zuwachs von erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder Windturbinen, die Stilllegung von Großkraftwerken und die Integration von Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) stellt das europäische Übertragungsnetz vor neue Herausforderungen. Der Wegfall rotierender Massen und die Integration von aktiven, schnell agierenden Betriebsmitteln hat einen signifikanten Einfluss auf die Systemstabilität. Darüber hinaus wächst durch die wachsende Dynamik des Netzes auch das Interesse an automatisierten Eingriffen übergeordneter Betriebsführungsautomatismen, welche in den Systemzustand stabilisierend eingreifen. Zur Bewertung dieses Einflusses bedarf es angepasster Simulationsumgebungen und Bewertungsmethoden. In der Vergangenheit wurden in der Regel Offline-Kontingenzanalyse eingesetzt, um die Systemstabilität für verschiedene Szenarien zu bewerten. Echtzeitmethoden sind entscheidend, um die Systemsicherheit zu gewährleisten. Die Echtzeitsimulationslösung ermöglicht nicht nur eine schnellere Prototypentwicklung, sondern auch die schnelle Generierung von Ergebnissen für Langzeitsimulationen in der Netzwerkplanung und -analyse. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Ermittlung der Netzimpedanz, welche den elektrischen Widerstand und die Reaktanz eines Stromnetzes umfasst. Die Netzimpedanz spielt eine entscheidende Rolle bei der Identifizierung von Engpässen und Problemen im Stromnetz. Durch die genaue Kenntnis der Netzimpedanz können potenzielle Spannungsabfälle, Resonanzphänomene und andere Netzreaktionen analysiert werden. Bei der Ermittlung der Netzimpedanz können invasive und nicht-invasive Methoden eingesetzt werden. Für die vorliegende Arbeit wurde eine umfangreiche Recherche zur Netzimpedanz und deren Bedeutung durchgeführt, mit Fokus auf Motivation, Methoden und Umsetzung in Echtzeit-Simulationen. Die invasive Methode beinhaltet das gezielte Einspeisen eines bekannten elektrischen Stroms oder einer bekannten Spannung in das Netz. Anschließend werden die resultierenden Spannungen oder Ströme gemessen, um die Impedanz des Netzes zu bestimmen. Die Durchführung einer Fast Fourier-Transformation, kombiniert mit geeigneter Fensterung und Filterung, ist von entscheidender Bedeutung, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Es werden verschiedene Anregungssignale eingeführt, von denen vier angewendet werden, um das Netz anzuregen. Nicht-invasive Methoden hingegen ermöglichen die Ermittlung der Netzimpedanz ohne physischen Eingriff in das Netz. Zu diesem Zweck wurden PMUs verwendet, um die erforderlichen Daten zu messen, und die Netzimpedanz wurde mittels der vorgestellten Methode ermittelt. Es wurden 4 unterschiedliche Szenarien implementiert, um die Umsetzbarkeit dieses Ansatzes während realer Ereignisse im Stromnetz zu verifizieren. Diese Methoden umfassen beispielsweise die Analyse von Messungen an Netzwerkanschlüssen, die Anwendung von Modellierungstechniken. Diese Ansätze basieren auf der Verwendung von vorhandenen Messgrößen, um die Netzimpedanz zu bestimmen, ohne das Netzwerk selbst zu beeinflussen.



Duphorn, Tom;
Modellierung von Systemkomponenten für ein mit Wasserstoff betriebenes Fernleitungsgasnetz zur Simulation eines sektorengekoppelten Energiesystems. - Ilmenau. - 68 Seiten
Technische Universität Ilmenau, Masterarbeit 2023

Aufgrund der politisch unsicheren Situation der Erdgasimporte und der großen Herausforderungen des Klimawandels, hat sich Deutschland zum Ziel gesetzt, die Abhängigkeit von fossilen Primärenergieträgern zu reduzieren und die Treibhausgasemissionen (CO₂-Emissionen) in allen Bereichen zu minimieren. Bisherige Aktivitäten zur Reduzierung der CO₂-Emissionen im Energiesektor konzentrieren sich vorrangig auf die Energieerzeugung im Stromsektor. Neben dem Stromsektor müssen auch die Sektoren Wärme und Gas bei der Reduzierung der CO₂-Emissionen zunehmend betrachtet werden. Durch den Rückbau konventioneller Kraftwerke und einem gleichzeitigen Ausbau erneuerbarer Energien nimmt die Fluktuation in der Energieerzeugung zu. Eine Lösung der Herausforderung der steigenden Fluktuation der Energieerzeugung zu begegnen und Systemdienstleistungen CO₂-minimal bereitzustellen, ist ein sektorengekoppeltes Energiesystem. Dadurch ist es möglich, Leistungsdefizite oder -überschüsse im Stromsektor mit auszugleichen und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen bei der Bereitstellung von Regelleistung zu verringern. Mögliche Kopplungstechnologien zwischen Strom- und Gassektor sind z. B. Elektrolyse-Anlagen oder Brennstoffzellen. Bei beiden Technologien kommt Wasserstoff als Speichermedium zum Einsatz. Der Hauptenergie-träger im Gassektor ist aktuell aber Erdgas und um die Sektorenkopplung CO₂-Neutral zu realisieren, muss dieses durch Wasserstoff, produziert aus Erneuerbaren Energien, ersetzt werden. Das Wasserstoff im Vergleich zu Erdgas andere Stoffeigenschaften aufweist, muss untersucht werden, wie das bestehende Erdgasnetz anzupassen ist, um es mit Wasserstoff betreiben zu können. Daher liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit bei der Modellierung und Untersuchung der Gasdruckregelanlagen und Verdichterstationen, sowie der Betrieb eines Wasserstoffinselnetzes. Die Simulationsergebnisse zeigen, dass der Betrieb eines Wasserstoffnetzes eine signifikant erhöhte Leistung des Verdichters und des Gaskühlers der Verdichterstation im Vergleich zum Erdgasnetz benötigt. Es zeigt sich auch, dass die Gasdruckregelanlage im Wasserstoffnetz im Gegensatz zum Erdgasnetz einen Vorkühler anstelle eines Vorwärmers erfordert. Ein weiteres Szenario untersuchte die Möglichkeit des bidirektionalen Gasflusses, der durch eine Verschiebung der Wasserstoffeinspeisepunkte ermöglicht wird. Dies bedingt die Anpassung der Betriebsrichtungen der Verdichterstationen, was im Modell durch die Einrichtung einer zweiten Verdichterstation in entgegengesetzter Richtung und den Einsatz von 3-Wege-Ventilen erreicht wurde. Im Kontext des Inselnetzbetriebs hat die Simulation gezeigt, dass sowohl ein Betrieb mit als auch ohne Verdichterstationen realisier-bar ist.



Tysler, Patryck;
Ansatz zur robusten Bestimmung der Blindleistungspotenziale aus unterlagerten Netzen im close-to-real-time Betrieb. - Ilmenau. - 95 Seiten
Technische Universität Ilmenau, Masterarbeit 2022

Durch die verringerte Anzahl an Kraftwerken im Übertragungsnetz entfallen wichtige regelbare Blindleistungsquellen für die Spannungshaltung, gleichzeitig steigt die Anzahl eingebundener dezentraler Erzeugungsanlagen im Verteilnetz. Zur Wahrung der Netzsicherheit in Bezug auf das Blindleistungsmanagement und Optimierungspotenziale bzgl. der Redispatchdimensionierung im Übertragungsnetz wird in dieser Arbeit ein Ansatz entwickelt, um abrufbare Blindleistungspotenziale in unterlagerten Netzen als Flexibilitätsoption zu schaffen. Der verfolgte Ansatz für den close-to-real-time Zeitbereich ist dabei aus der Sichtweise eines übergelagerten Netzbetreibers konzipiert mit den damit verbundenen Einschränkungen in der Datengrundlage bezogen auf das unterlagerte Netz. Am Beispiel eines Verteilnetzmodells wird gezeigt, welche Blindleistungspotenziale für das übergelagerte Netz verfügbar sind. Schwerpunkt der Untersuchung ist die realitätsnahe Modellierung und robuste Bestimmungsmethode für den close-to-real-time Anwendungsfall bei gleichzeitiger Berücksichtigung technischer Restriktionen und Beschränkungen.



Yu, Zemin;
Untersuchung der Parametrierungsalgorithmen zur Realisierung des Digital Twins für das Stromnetz. - Ilmenau. - 127 Seiten
Technische Universität Ilmenau, Masterarbeit 2022

Mit der steigenden Energienachfrage in Ländern rund um den Globus und der zunehmenden Verknappung fossiler Ressourcen werden in der Zukunft erneuerbare Energiequellen immer wichtiger für eine zuverlässige und nachhaltige Stromversorgung. Mit der zunehmenden Einspeisung von Kraftwerken für erneuerbare Energien in das Stromnetz steigen jedoch auch die Auswirkungen auf die künftige Stabilität und das Betriebsmanagement des Netzes. Um die Stabilität und den betrieblichen Erfolg des Netzes zu gewährleisten, reicht das derzeitige System der Zustandsabschätzung des Stromnetzmodells nicht mehr aus, es muss in der Lage sein, die zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen. Die Entwicklungen auf der Grundlage der Hochleistungsrechnertechnologie haben neue Anforderungen an die Simulationsmodelle für das Stromversorgungssystem gestellt, um ein hochpräzises numerisches Modell zu erstellen, das die physikalischen Bedingungen realistisch abbildet und das künftige Verhalten sehr zuverlässig vorhersagt. In diesem Beitrag wird daher ein Verfahren zur Vorhersage von Netzzuständen unter Verwendung digitaler Zwillinge im Rahmen von Zustandsabschätzungen und -vorhersagen entwickelt. Die grundlegende Technik im Zwillingsprozess ist die Schätzung von Parametern, damit der digitale Zwilling auf den gemessenen Zustand des physikalischen Systems abgestimmt ist. Mit der Konstruktion eines digitalen Zwillings ist nicht nur eine genaue Schätzung der Parameter gemeint, sondern auch die Fähigkeit, sie in Echtzeit zu schätzen. In diesem Zusammenhang werden vier Methoden zur Parameterschätzung für die Konstruktion von digitalen Zwillingen untersucht. Das Ziel dieser Arbeit ist es, mögliche Parametrisierungsmethoden für die erfolgreiche Replikation von exakten numerischen Modellen zu untersuchen.



Liu, Tianyi;
Control design of a data-driven power converter. - Ilmenau. - 83 Seiten
Technische Universität Ilmenau, Masterarbeit 2021

Diese Arbeit wendet eine datengestützte Methode zur Systemidentifikation und Spannungsreglung von Gleichspannungswandler an. Die Identifizierung basiert vollständig auf Messdaten wie Ausgangsspannung und -storm, die von einem simulierten Wandlermodell erhalten wurden. Eine Method namens Local Model Networks (LMNs) wird verwendet, um die Input-Output-Beziehung des Modells basierend auf eine Teile-und-herrsche-Strategie abzuleiten. Durch die Aufteilung der komplexen Identifizierungs-aufgabe in der Identifizierung kleiner lokaler Modelle und deren Zusammenführung erhält man das dynamische Verhalten des Gleichspannungswandlers. Später wird auf Basis des identifizierten Modells für einen Standalone-DC/DC Wandler ein neuartiger Typ entwickelt. Es wurden mehrere sinnvolle Anwendungsfälle entwickelt, um den vorgeschlagenen Regler zu validieren. Abschließend werden die Regelverhalten des entworfenen Reglers mit dem Proportional-Integral (PI) Regler verglichen.



Moreno Martinez, Alfredo;
Multikriterieller Bewertungsansatz für die Evaluierung von kurativen Maßnahmen. - Ilmenau. - 64 Seiten
Technische Universität Ilmenau, Masterarbeit 2021

Durch die zunehmende Dezentralisierung der Energieversorgung aufgrund eines verstärkten Zubaus erneuerbarer Energieträger und eines zurücklaufenden Einsatzes von konventionellen verbrauchernahen Kraftwerken, muss das heutige elektrische Energiesystem an die neuen technischen und ökonomischen Herausforderungen angepasst werden, die diese neue energiewirtschaftliche Realität stellt. Eine der durch die rasante Integration von erneuerbaren Energien entstehenden Herausforderungen stellt der wachsende Leistungstransit dar, welcher wiederum zu Netzengpässen innerhalb des Stromnetzes führen kann. Zur Behebung dieser Problematik werden aktuell mehrere Strategien eingesetzt. Zum einen werden Ausbauvorhaben der existierenden Energieinfrastuktur geplant, die dennoch nicht ausreichend schnell durchgeführt werden. Zum anderen werden zunehmend aufwändige Redispatchmaßnahmen präventiv eingesetzt, die aufgrund ihrer hohen Kosten sich als eine unwirtschaftliche Lösung erweisen. Eine vielversprechende Alternative zum Engpassmanagement stellen die sogenannten kurativen Maßnahmen dar, die erst nach dem Fehlereintritt eingesetzt werden können, eine Reduktion der präventiven Redispatch-Maßnahmen sowie eine Höherauslastung und somit eine bessere Ausnutzung der bereits exisitierenden Übertragungskapazitäten des Energiesystems erlauben. Infolgedessen wird in der nahen Zukunft eine Verbreitung dieser Ansätze angestrebt. Ein erfolgreicher Einsatz solcher Maßnahmen ist aktueller Gegenstand der Forschung und ein wichtiger Aspekt dabei stellt die Evaluierung der kurativen Maßnahmen anhand verschiedener Bewertungskriterien dar. Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dieser Fragestellung, indem zunächst messbare, für die Bewertung der Maßnahmen relevanten Kriterien identifiziert werden. Ein besonderer Fokus wird hierbei auf den Aspekt der menschlichen Interaktion mit den Systemen zur Auslösung solcher kurativen Maßnahmen. Diese kann bspw. durch die Quantifizierung des menschlichen Fehlerpotenzials, auch Human Error Probability genannt (HEP), erfolgen. Zu diesem Zweck wird zunächst die SPARH-H Methode aus dem Bereich der Human Factors für die Bestimmung der HEP angewandt. Darauffolgend wird die HEP zusammen mit anderen für die kurativen Maßnahmen kennzeichnenden Faktoren als Kriterien für deren Bewertung verwendet. Für die technische Umsetzung der multikriteriellen Bewertung der kurativen Maßnahmen mit dem Ziel, eine Rangfolge zu erstellen, wird die PROMETHEE Methode zur multikriteriellen Bewertung herangezogen. Zur Validierung der untersuchten Methodiken wurden Simulationsergebnisse aus einem Leitwartendemonstrator verwendet. Hierfür wurden zur Validierung der HEP Fehlerszenarien durchgespielt, die von fünf Systemführer mithilfe von kurativen Maßnahmen behoben wurden. Die daraus stammenden Daten wurden anschließend mit der SPAR-H Methode verarbeitet. Für die Evaluierung der multikriteriellen Bewertung von kurativen Maßnahmen mit numerischen Werten wurden Daten aus Simulationen von stationären Netzmodellen verwendet. Es wird gezeigt, dass die angewandten Herangehensweisen eine solide Basis für die Einschätzung von HEPs im Rahmen von Leitwartensystemen sowie die Bewertung von kurativen Maßnahmen darstellen, die auch um beliebig viele Kriterien und Maßnahmen erweitert werden können.