Bei der Bibliometrie handelt es sich um die Messung wissenschaftlichen Outputs basierend auf Publikationen sowie um die Interpretation der Ergebnisse. Die Basis für bibliometrische Analysen bilden Massendaten, die durch Zitationsdatenbanken wie beispielsweise Web of Science und Scopus bereitgestellt werden. Für deren Auswertung werden mathematische und statistische Methoden angewandt. Eine bibliometrische Analyse liefert keine qualitative Bewertung, sondern eine quantitative Messung der Publikationen. Damit ist die Bibliometrie ein Teilgebiet der Szientometrie, der Messung wissenschaftlicher Leistung.
Wissenschaftliche Erkenntnisse werden in der Regel als Veröffentlichungen in Form von Fachaufsätzen, Vorträgen und Büchern oder auch als Daten publiziert. Auf diese Publikationen können sich wiederum andere Forschende in ihren Publikationen durch Zitationen beziehen. Unabhängig davon, ob wissenschaftliche Ergebnisse positiv oder negativ aufgenommen werden, stellen die auf sie bezogenen Zitationen ein Maß an Resonanz dar.
Die häufigste Grundlage bibliometrischer Kennzahlen ist daher das Verhältnis zwischen der Anzahl von Publikationen und der Anzahl an Zitationen, beispielsweise einer forschenden Person oder einer Zeitschrift. Im Zuge der sich beständig weiterentwickelnden Wissenschaftskommunikation wurden alternative Metriken, sogenannte Altmetrics, entwickelt. Diese setzen auf eine unmittelbare Auswertung, auch aktueller Publikationen, und lassen auch neue Medien wie Twitter und Blogs in die Auswertung einfließen.
Bibliometrische Indikatoren werden allerdings häufig fehlinterpretiert und in der akademischen Leistungsbeurteilung unsachgemäß eingesetzt, weswegen sie in der Wissenschaftsgemeinschaft zunehmend skeptisch betrachtet werden. Auch werden Indikatoren der alternative Metriken aufgrund ihrer Manipulierbarkeit kritisiert. Für in der Wissenschaft tätigen Personen ist es dennoch von Vorteil, sich mit bibliometrischen Indikatoren auseinanderzusetzen, weil es ihnen eine sachgemäße Einordnung der Resonanz auf die eigenen Publikationen ermöglicht.
Die Universitätsbibliothek berät Sie, wenn Sie Fragen zu bibliometrischen Kennzahlen und deren Auswirkungen und Schlussfolgerungen haben.