Am 1.3.1965 kam Dr. Manfred Riemann vom Institut in Meinigen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Institut nach Ilmenau. Mit ihm wurde vertieft wissenschaftlich gearbeitet. Er beförderte vor allem die Messtechnik und Themen der Lichterzeugung (Plasmaphysik). Die Vorlesungen Licht- und Farbmesstechnik bzw. Physik und Technik der Gasentladung wurden jetzt von ihm gehalten.
Nach der Ernennung zum Hochschuldozenten übernahm Dr. Manfred Riemann am 1.3.1968 die Leitung des Instituts. Manfred Riemann begann seinen beruflichen Werdegang in der Fa. Carl- Zeiss Jena. Diese Zeit hat ihn stark geprägt. Seine fundierten Kenntnisse auf dem Gebiet der Optik und Messtechnik resultieren aus dieser Tätigkeit. Riemanns Kenntnisse auf dem Gebiet der Mischplasmen waren besonders bei der Entwicklung von Metallhalogendampflampen in der Firma NARVA Berlin gefragt.
Im Rahmen der 3. Hochschulreform wurden die vorhandenen Fakultäten in Sektionen umgewandelt. Das Institut für Lichttechnik wurde in die Sektion Physik und Technik elektronischer Bauelemente eingegliedert und verschwand als eigenständiges Institut. Die „Gastrolle“ in der Elektronik erwies sich insofern als gut, da das Gebiet der Optoelektronik mit in das Blickfeld der Lichttechnik kam. Nach der Reform hatte die Forschung ihren Schwerpunkt bei optischen Themen für die Mikroelektronik.
Seit 1973 bietet das Fachgebiet das Weiterbildungsstudium „Lichtanwendung“ an. Es wurde vom damaligen Mitarbeiter und späteren Lehrstuhlinhaber Dr. Dietrich Gall konzipiert und organisiert. Das Ziel des Studiums ist es, Fachleute auf dem Gebiet der Lichtanwendung weiterzubilden.
Die Wende brachte viele Veränderungen. Bereits im Herbst 1989 nahm man Kontakt zu den Lichttechnischen Instituten in Karlsruhe und Berlin auf. Es gab gegenseitige Kontakte und Besuche und einen Studentenaustausch. 1992 wurden erstmals Forschungsergebnisse des Fachgebiets auf der Tagung LICHT in Saarbrücken vorgestellt. Das Fachgebiet Lichttechnik entschied sich 1990 zum Wechsel an die Sektion Gerätetechnik, die dann später in der Fakultät für Maschinenbau angesiedelt wurde. Dort war man wieder mit dem Fachgebiet Optik zusammen, was fachlich gut passte. Es prägte das besondere Profil der Ilmenauer Lichttechniker, mit einem konstruktiven Element in der Ausbildung.
Eine erste Auftragsforschung für die lichttechnische Industrie wurde 1991-1993 noch im unsanierten Curie-Bau, dem damaligen Sitz des Fachgebiets, durchgeführt. Untersucht wurden die psychologische Blendung verschiedener tiefstrahlender Leuchten mit hoher Leuchtdichte und die Eignung des UGR-Verfahrens zur Blendungsbewertung.
1993 konnte das Fachgebiet ein Gebäude im Unteren Berggraben beziehen. Damit waren alle Mitarbeiter, insgesamt waren es jetzt 10, endlich wieder in einem Gebäude vereint. Die Forschungsschwerpunkte lagen jetzt in den Bereichen der ortsauflösenden Lichtmessung und der Gütemerkmale der Beleuchtung. Im Jahre 1991 wurde von Prof. Riemann die Idee entwickelt, mit bildauflösender Leuchtdichtemesstechnik Lichtstärkeverteilungen im Nahfeld zu messen. Gegenüber der Fernfeldmessung ergibt sich als ein wesentlicher Vorteil ein deutlich reduzierter Platzbedarf für das Messgerät.
Zur Unterstützung des Fachgebiets wurde 1991 der Verein zur Förderung des Fachgebiets Lichttechnik gegründet. Seitdem hat sich der Verein zu einer Einrichtung mit rund 100 persönlichen und korporativen Mitgliedern entwickelt. In dieser Zeit unterstützte er das Fachgebiet nicht nur finanziell, sondern förderte auch eine enge Verbindung zu Fachleuten und Gremien.
Ebenfalls im Jahr 1991 fand in Ilmenau die Gründung der Bezirksgruppe Thüringen- Nordhessen der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft e.V. (LiTG) statt. Mit ihr zusammen organisiert das Fachgebiet bis heute eine Vielzahl von Vortragsveranstaltungen wie etwa den Ilmenauer Lichttag, sowie Tagungen. Eine der erfolgreichsten ist die 1993 ins Leben gerufene und alle zwei Jahre stattfindende Tagung Lux junior.
Seit 1993 befindet sich die Geschäftsstelle der damals neu gegründeten Deutschen Akademie für Photobiologie und Phototechnologie e.V. (DAfP) am Fachgebiet Lichttechnik.
Nachruf Prof. Riemann