Ehemalige Fachgebiete/ Professorinnen/ Professoren 

Grundlagen der Mathematik
 

Prof. Dr. Jochen Harant i. R.

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Numerische Mathematik und Informationsverarbeitung

Prof. Dr. Hans Babovsky i. R.

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Kombinatorik und Graphentheorie

Prof. Dr. Michael Stiebitz i. R.

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Stochastik


Prof. Dr. Silvia Vogel i. R.

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In Gedenken an 

Dr. rer. Nat. Rüdiger Reinhardt

privat

Die TU Ilmenau trauert um Dr. rer. Nat. Rüdiger Reinhardt, der am 17. Dezember 2021 nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren verstorben ist.

Als gelernter Ingenieur erkannte er schon früh die enorme Relevanz von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Optimierungsverfahren am Institut für Mathematik für eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den Ingenieurdisziplinen. Seine Vorlesungen auf diesem Gebiet waren bei den Studierenden beliebt und wurden gerne besucht, da es ihm gelang, schwierige mathematische Probleme verständlich und anschaulich darzustellen sowie praktische Anwendungen aufzuzeigen, ohne dabei die mathematische Exaktheit zu verlieren.

Rüdiger Reinhardt studierte von 1960 bis 1965 Theoretische Elektrotechnik in Ilmenau. Anschließend begann er seine wissenschaftliche Laufbahn in der Abteilung Optimierung bei Prof. Dr. Karl-Heinz Elster. Die notwendigen mathematischen Kenntnisse erwarb er durch ein Zusatzstudium in Mathematik. Er promovierte 1972. Bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn im Herbst 2006 hielt er Vorlesungen und Übungen zur Theorie der nichtlinearen Optimierung, zur linearen Optimierung und zu Methoden der Optimierung ohne Einschränkungen und betreute erfolgreich Diplomanden und Doktoranden. Er hielt eine Reihe bemerkenswerter Vorträge auf nationalen und internationalen Kongressen, die auch aus seiner Zusammenarbeit mit Ingenieuren resultierten. Von 1977 bis 1987 war er außerdem geschäftsführender Herausgeber der renommierten internationalen Fachzeitschrift „Optimization“.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Elster und zwei weiteren Kollegen veröffentlichte er 1977 das für die Lehre wichtige Buch „Introduction to Nonlinear Optimization“. Mit Prof. Dr. Armin Hoffmann und Dr. Tobias Gerlach schrieb er von 2011 bis 2013 im Ruhestand trotz einer bereits drohenden schweren Krankheit das viel beachtete Buch „Nonlinear Optimization – Theory, Numerics and Experiments“, in dem seine Matlab-Tools, über viele Jahre entwickelt wurden, angewendet.

Sein großes Hobby war die darstellende Kunst und die künstlerische Fotografie. Daran werden sich sicherlich ehemalige Kollegen erinnern, die von ihm für eine Promotion oder ein Jubiläum eine künstlerische Aufmerksamkeit erhielten.

Wir werden Dr. Reinhardt als Wissenschaftler, Hochschullehrer und Künstler in Erinnerung behalten, der sich selbst gegenüber gewissenhaft und unnachgiebig war und auf andere stets als freundlicher, hilfsbereiter und humorvoller Mensch wirkte.

Prof. Dr. Armin Hoffmann

 

Quelle: unionline

Prof. Dr. sc. nat. Joachim Steigenberger

Die TU Ilmenau trauert um Prof. Dr. sc. nat. Joachim Steigenberger, der kurz vor seinem 88. Geburtstag verstorben ist. Er war eine der prägenden Hochschullehrerpersönlichkeiten für die Entwicklung der Forschung und Lehre der heutigen TU Ilmenau auf dem Gebiet der Technischen Mechanik sowie der Analysis und Differentialgeometrie.

oachim Steigenberger kam nach seinem Physik-Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Jahr 1957 an die Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau in das Institut für Technische Mechanik und Wärmelehre. In dieser Zeit begann Prof. Dipl.-Ing. Hartwig Hasselmeier gerade das Institut aufzubauen und damit die Ausbildung in Technischer Mechanik für die Ilmenauer Ingenieurstudentinnen und -studenten zu sichern. Die ersten Lehrbriefe „Technische Mechanik“ für die Ausbildung wurden vom Oberassistenten Joachim Steigenberger verfasst. Den ersten Teil, dieser bis heute aufgrund ihrer didaktischen Qualität genutzten Lehrbriefe, nannte er „Einführung in die Statik starrer Körper“.

Mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten zur Theorie elektromechanischer Systeme trug Joachim Steigenberger entscheidend zur Profilbildung des Institutes in der Forschung bei. Im Jahr 1965 promovierte er mit dem Thema „Einige Untersuchungen über die Separation der Variablen in zeitabhängigen mechanischen Verbänden“. Diese Arbeiten führte er kontinuierlich fort und habilitierte sich 1972 mit der Schrift „Beiträge zur Separationstheorie partieller Differentialgleichungen“. In den 1960er und 1970er Jahren sind es die herausragenden, wissenschaftlichen Arbeiten von Dr. Steigenberger und Dr. Maißer zum Lagrange-Formalismus für elektromechanische Systeme, welche die Mechanik-Forschung in Ilmenau auch international bekannt machten. Im Jahr 1979 wurde ihr Artikel „Lagrange-Formalismus für diskrete elektromechanische Systeme“ in der renommierten Zeitschrift für Angewandte Mathematik und Mechanik (ZAMM) publiziert. Er ist ein vielzitierter Grundlagenartikel für das, was man heute „Mechatronik“ nennt. Die Autoren erhielten dafür 1980 den Forschungspreis Stufe 1 der TH Ilmenau.

Seine große Kompetenz auf mathematisch-naturwissenschaftlichem Gebiet nutzend, wechselte er 1978 an die Sektion Mathematik, Rechentechnik und ökonomische Kybernetik der TH Ilmenau. Er war Dozent für Analysis, ab 1987 außerordentlicher Professor und ab 1993 Universitätsprofessor für Analysis und Differentialgeometrie.

Nach dem plötzlichen Ableben des Fachgebietsleiters für Technische Mechanik übernahm Prof. Steigenberger Vorlesungen zur Schwingungstechnik an seinem ehemaligen Lehrstuhl. Den Weg von einem technischen Problem über ein mechanisches Modell zu einer mathematischen Lösung und wieder zurück zu einem optimierten System lernten viele Doktoranden des Fachgebietes vom ihm. Seit 1997 wird das Fachgebiet von seinem ehemaligen Schüler Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Zimmermann geleitet.

Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 1998 blieb sein großes Interesse an der Mechanik erhalten. Ob "Wurm" oder "Vibrisse", die bionisch inspirierte Forschung in seinem ehemaligen Fachgebiet bzw. Institut nahm er dankbar auf. Doktoranden aus den Bereichen Mathematik und Mechanik nutzten wiederum seine kompetente Unterstützung und seine vielen Ideen.

Wir werden sein Andenken in Ehren bewahren.

 

Quelle: unionline